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Die Regenbogenforelle(Oncorhynchus mykiss/Parasalmo mykiss)
...
und was sie darüber wissen sollten
(Herkunft,
Habitatsansprüche, Besatz)
von Günter Feuerstein

Seit
mehr als hundert Jahren, genauer gesagt seit 1879, ist die
Regenbogenforelle (im Folgenden auch als RBF bezeichnet) sowohl in den Fischzuchtanlagen als auch in
freien
Gewässern Europas zu finden. In Österreich war es die Fischzucht Köttl,
die 1895 als erste mit dem Neuankömmling aus
Amerika arbeitete. Auch in
den angrenzenden Alpenländern wurde der Fisch, aufgrund der immer
schlechter werdenden Gewässerqualität, verursacht durch die aufstrebende
Industrialisierung und den damit verbundenen immer grösseren
Besiedlungsdruck, immer beliebter. Während viele dieser
ursprünglich aus
dem Sacramento Becken stammenden und durch die Fischzucht von Seth Green
in Amerika populär gemachten Fische bei ihrer Ankunft in Europa sich
noch selbst vermehrten, haben die meisten
von ihnen diese Eigenschaft
inzwischen zu (Un-)Gunsten anderer Qualitäten eingebüßt. Was war
geschehen? Weshalb wird die Regenbogenforelle, die lange Zeit als der
ideale Be(Er-)satzfisch für die, für Bachforellen nicht mehr optimal
geeigneten Gewässer galt, heute von vielen Biologen, Wissenschaftlern
und Sachverständigen verteufelt und nicht mehr gern gesehen?
Der Hintergrund
Einen
wohl nicht unerheblichen Teil hat die unüberlegte Verbreitung der
falschen Schlussfolgerungen der inzwischen sogar von renommierten
Wissenschaftlern als in dieser Form unhaltbar bezeichneten Studie (siehe
RBF-Expertisen) von Dr. Peter aus der Schweiz dazu beigetragen. Dieser hatte
das Schwinden der Bachforellenpopulationen in der Talebene des
Rheintals, verursacht durch unzureichende Wasserqualität und fehlende
Strukturen, der Konkurrenz durch die Regenbogenforelle zugeschrieben.
Ein weiterer Grund dürfte wohl in der Möglichkeit der Anzapfung von EU
Geldern über den Artenschutz liegen, Gelder, die über Neozoen nicht zu
mobilisieren sind. Wie dem auch sei, jedenfalls in der Diskussion nicht
übersehen werden darf die Tatsache, dass sich kaum jemand von denen, die
sich gegen die Regenbogenforelle an sich aussprechen, mit der Biologie
und dem Verhalten dieser Spezies wirklich intensiver auseinandergesetzt hat.
Meistens wird nur auf fremde Untersuchungen verwiesen. Diese fehlende Kenntnis der Spezies besteht allerdings nicht nur bei
vielen Fischereifachstellen, sondern gleichfalls auch bei vielen
Bewirtschaftern von Salmoniden Revieren von Angelvereinen.
Tatsache
ist:
Nur
wenigen ist dieser Fisch wirklich bekannt. Ich habe an allen Ecken der
Welt Informationen über Regenbogenforellen gesammelt und teils auch
intensive Kontakte mit führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet gepflegt. Zudem habe ich zig Flüsse in den Ursprungsgebieten dieses
Fisches (Nordwesten der USA und Kamtschatka/RU) vor besucht und auch
befischt und mir ihr Verhalten in diesen ihren ursprünglichen
Lebensräumen eingeprägt. Dabei habe ich versucht
Muster zu finden und so
den Fisch besser zu verstehen. Kontakte mit vielen Fischzüchtern halfen
mir zudem auch diesen Bereich und die damit unter Umständen verbundene
Veränderung der Fische zu begreifen. Zu dieser Arbeit kamen
hunderte Stunden Beobachtungen und Filmarbeiten, die schließlich in
meinem Film: Regenbogenforellen - bekannte Unbekannte dokumentiert
wurden.
Lesen Sie
im Folgenden meine Ansicht über diesen Fisch, über sein Potential für die
Bewirtschaftung aber auch über Fehler, die m. E. in der Vergangenheit
besonders in der Bewirtschaftung gemacht
wurden.
Übersicht:
Die
Urheimat der Regenbogenforelle ist der nordamerikanische Kontinent
und
zwar
das Gebiet westlich der Kontinentalwasserscheide vom Rio del Presidio in Mexico bis zum Kuskoquim River in Alaska. Regenbogenforellen
sind auch auf Kamtschatka beheimatet, wo sie erstmals 1792 von Walbaum,
damals jedoch als salmo mykiss, beschrieben wurden. Seit Smith
und Stearley(1989) eine engere Verwandtschaft der Regenbogenforelle zu
den pazifischen Lachsen (Onc orhynchus) als zu den eurasischen Forellen
festgestellt hatten, wird die Regenbogenforelle als Gattung Oncorhynchus
mykiss mit diversen Unterarten geführt. Die führenden russischen
Wissenschaftler der Universität Moskau haben nach langen und intensiven
Untersuchungen auf Kamchatka die Regenbogenforelle als nicht den
Pazifischen Lachsen zugehörig eingestuft. Zu unterschiedlich sind
Regenbogenforellen und Pazifische
Lachse, meint
Kirill Kuzishchin, führender
russischer Ichthyologe und Leiter der Biologischen Station am Kol River
auf Kamchatka, und außerdem hätten Smith und Stearley nur zwei
von
vielen Kriterien für ihre Zuordnung herangezogen. Allein schon die
Tatsache, dass die Pazifischen Lachse nur ein einziges Mal ablaichen,
die Regenbogenforelle jedoch nicht, sei schon ein klares Indiz, dass der
Fisch nicht der Gattung Oncorhynchus zuzuordnen sei. Die
Regenbogenforelle läuft in Russland unter der Artbezeichnung Parasalmo
mykiss. Das Wort mykiss kommt übrigens aus der Sprache
der Ureinwohner und bedeutet Hakenschnautze).
Die Phänotypen
Die
Regenbogenforelle ist ein sehr plastischer Fisch und bildet in ihrer
Urheimat - wie auch die Europäische Forelle - sowohl Meer- und See- wie
auch Flussformen aus.
Meerformen
Die
Meerformen (sog. Steelhead Forellen) können bis über 15 kg schwer
werden. Es sind Wanderfische und besiedeln
als adulte Fische die Binnengewässer nur zur Laichwanderung. Sie sind folglich
als Besatzfische für Flüsse ohne Zugang zum Meer nicht geeignet.
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frische aufgestiegener Steelhead Rogner(♀) |

ein
Steelhead Milchner (♂) im Laichkleid |
Seeformen
Ebenso
verhält es sich mit den Seeformen. Seeformen sind aufgrund
besserer Tarnung im See weniger stark gepunktet (v.a. unter der
Seitenlinie) und weisen eine weniger intensive Färbung auf. Sie
verlassen meist im 2. Jahr den Fluss, noch bevor sie fangfähig werden
und wandern flussab in die Seen, wo sie bei idealen Bedingungen
gigantische Körpermaße erreichen können (Gerrard Stamm der Kamloops
Forelle im Kootenay Lake oder Lake Pend Oreille).
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.jpg)
♀
Seeform aus einem Bodenseezufluss (silberner, frischer
Aufsteiger) |
.jpg)
♂
Seeform aus einem Bodenseezufluss (im Laichkleid, Frühjahr) |
Flussformen
Von den
flussresidenten Formen waren ursprünglich die kalifornischen
Rotbandborellen aus den Zubringen des am Fuße des Mt. Shasta
entspringenden McLeod Rivers als Besatzfische erfolgreich und lösten
einen regelrechten Boom aus. Rotbandforellen weisen eine starke Punktung
unterhalb der Seitenlinie und ein kräftiges rotes Band entlang derselben
auf. Diese Rotbandforellenart besteht in seiner Urform in den USA einzig
noch im Crane Creek in Missouri in den sie damals besetzt, doch nie mehr
durch andere Besatzfische genetisch beeinträchtigt wurde. Die Fische des
McLeod Systems wurden in Fischzuchten und Gewässer auf der ganzen Welt
verteilt und durch die nicht zu deckende grosse Nachfrage nach einigen
Jahren in ihrer Genetik durch eingekreuzte Fische anderer
Stämme (Steelheads, Lahontan Cutthroat, ...) „verunreinigt“.
Auch im
Hinterland des Columbia und Fraser Systems südlich bis an die Kootenay
Range in Montana leben flussresidente Rotbandforellen, die sich
wahrscheinlich in der Wisconsin Periode des Pleistozoän von anderen,
südlicheren Populationen isoliert und an die Flüsse angepasst haben.
Diese Rotbandforellenart bildet sogar Steelheads aus. Sie ziehen sich
als ursprüngliche Seeformen, im Winter jedoch gerne in grosse Flüsse
oder Seen zurück, wo die Temperaturen ihnen zuträglicher sind. Zum
Laichen ziehen die Fische im Frühjahr dann wieder in den Fluss oder Bach
zurück und bleiben dort dann bis zum Winteranfang. In manchen Flüssen
halten sich die Regenbogenforellen das ganze Jahr auf. Nur unter ganz
bestimmten Bedingungen ist es der Regenbogenforelle jedoch möglich, in
kleineren Flüssen oder Bächen zu überwintern.
Dazu sind Grundwasseraufstöße oder thermische Besonderheiten im oder am
Gewässer notwendig. Die Wintermortalität bei Regenbogenforellen ist in
kleinen Gewässern allgemein sehr hoch.
In
Kamtschatka verhalten sich die residenten Formen ähnlich unseren
Bachforellen. Hängt irgendwo ein Busch ins Wasser oder bildet ein
versunkener Baum ein Hinterwasser, so steht dort hundertprozentig eine
Regenbogenforelle.
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flussresidente
Form von Parasalmo mykiss aus dem Levaya River/Kamchatka
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flussresidente Form aus dem Big Wood River in Idaho (USA) |
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flussresidente
Form aus dem Bighorn River in Montana (USA) |

flussresidente
Form aus dem Silver Creek in Idaho (USA) |
Es ist
nur an wenigen Orten gelungen, die Regenbogenforelle einzubürgern,
sodass sie unabhängig von weiterem Besatz selbständige Populationen
bilden konnten. Selbst in den USA blieben viele Einbürgerungsversuche
erfolglos. Warum dies meiner Meinung nach so ist, möchte ich im
folgenden versuchen zu erläutern. Ich gehe dabei von einem genetisch
sehr variablem Stamm aus, der das Potential zum Überleben in freier
Natur in sich trägt.
Laut
Behnke(1992) benötigen Regenbogenforellen vier unterschiedliche
Habitate, die im Gewässer vorhanden sein müssen, damit alle Jahrgänge
vertreten sein können und der Lebenszyklus nicht irgendwo unterbrochen
wird.
Es sind
dies:
Von
besonderer Bedeutung in Bezug auf den Erfolg oder Misserfolg von
Besatzmassnahmen sind besonders fehlende Laich- und Winterhabitate zu
nennen, aber auch die Jungfische stellen ganz spezifische Anforderungen
an das Gewässer.
Sehr hohe Ansprüche an das
Laichhabitat
Die
Regenbogenforelle ist nur unter absolut optimalen geologischen
Bedingungen in der Lage zu reproduzieren. Das Laichhabitat einer alpinen
Bachforelle (im Folgenden auch als BF bezeichnet) unterscheidet sich grundlegend von dem von
Regenbogenforellen. Jede Angst, eine Regenbogenforelle könnte in einem
typischen Bergbach ablaichen, ist unbegründet. Das Ei der
Regenbogenforelle ist im Vergleich zu dem der Bachforelle sehr
erschütterungsempfindlich und zwar besonders zwischen dem ca. 80
Tagesgrad und dem Augenpunktstadium (eigene Feststellung). Diese durch
neuere Untersuchungen in den Staaten (70. Tagesgrad bis
Augenpunktstadium) nun auch von amerikanischen Wissenschaftlern
nachgewiesene höhere Erschütterungsempfindlichkeit ist meines Erachtens
der Schlüssel zum Reproduktionserfolg.
Sowohl
Bachforellen als auch Regenbogenforellen benötigen sauberstes Kies,
damit die Eier gut mit sauerstoffreichem Wasser umspült werden können
und nicht absterben. Während die Reinigung des Interstitials in
typischen Bachforellenbächen durch periodische auftretende Hochwässer im
Jahresverlauf gewährleistet wird, wirkt sich genau dieser Umstand für
Regenbogenforellen eliminierend aus. Die RBF-Eier vertragen in Frühjahr,
wenn sie in den Schotterzwischenräumen ruhen, keinen Geschiebetrieb.
Geschiebetrieb setzt in solchen Hanggewässern, nicht nur während der
genau zu dieser Zeit einsetzenden Schneeschmelze, sondern meist schon
bei kleineren Regenschauern ein, wie sie immer wieder einmal vorkommen.
Die Regenbogenforelle braucht jedoch ein abflussstabiles Regime.
Dies
ist in der Regel nur in grösseren Niederungsflüssen, Bereichen unterhalb
von Seen mit kleinerem Einzugsgebiet, wie auch in Bächen und Flüssen
mittlerer Höhenlage mit sehr kleinem Einzugsgebiet gegeben. Wenn wir die
großen nordamerikanischen Flüsse mit bester RBF-Population, wie der
Bighorn oder der Madison oder aber die Flüsse British Kolumbiens
betrachten, so zeigt sich durch die enorme Größe und den
Schneereichtum der Einzugsgebiete ein nicht nur über lange Zeit
konstanter Abfluss während der Frühjahrsmonate, sondern damit verbunden
auch eine Bewässerung von Seitenarmen durch kommunizierendes Grundwasser. Dies
ermöglicht eine Reinigung des Schotters von unten ohne diesen zu
verlagern – eine ideale und absolut notwendige Situation für diese
Spezies. Während die ungefähre Erbrütungsdauer der Eier der Bachforelle
sich von 4°C auf 3°C sinkender Wassertemperatur von ca. 332 Tagesgraden
auf 318 Tagesgrade verkürzt, so verlängert sich bei der
Regenbogenforelle die Entwicklung bei diesen sinkenden Temperaturen von
356 auf 372 Tagesgrade. Bei 5 ° C sind die Werte identisch und bei 7-8°C
wo die Laichaktivitäten der Regenbogenforelle natürlicherweise beginnen,
sinkt die Erbrütungsdauer von Regenbogenforelleneiern auf unter 330
Tagesgrade ab, während sie bei Bachforellen auf annähernd 370 Tagesgrade
ansteigt (Humpesch 1985). Diese Zahlen weisen somit auf eine ganz
natürliche Präferenz von Bachforellen für winterkalte Gewässer hin,
während Regenbogenforellen die Temperaturen im Bereich derer des
Grundwassers bevorzugen.
aus
Lachsfische (Biologie und Aquakultur), M. Hochleithner, 2001
Die Laichzeit der Regenbogenforelle ist unterschiedlich. Während die
heutzutage in Europa vorhandenen Regenbogenforellen meist im
Frühjahr (Januar bis April) ablaichen, so sind bei den Shatsa Forellen
Laichzeiten im Herbst die Regel. Dazu muss gesagt werden, dass die
Regenbogenforellen sich natürlich über lange Zeit and die Lebensräume
angepasst haben, und da die Shasta Forellen ihr natürliches
Verbreitungsgebiet weiter südlich haben als ihre anderen Artgenossen ist
auch eine Veränderung der Laichaktivitäten die logische Folge. Diese ist
auch nicht so ohne weiteres zu verändern. Zwar kann man in Fischzuchten
zur Steigerung der Produktion durch bessere Ausnutzung Anlagen mittels
Belichtung der Becken den Laichrhythmus der Fische steuern, die
Jungfische fallen jedoch wieder in den genetisch festgelegten Rhythmus
zurück.
Wenn
wir nun europäische Gewässer mit Reproduktion betrachten, so finden wir
dort die gerade erwähnten Gesetzmässigkeiten, wenn auch nicht immer in
sofort erkennbarer Form, wieder. Bei europäischen Reproduktionsgebieten
handelt sich dabei entweder um Grundwasseraufstöße in abflussstabilen
Kanälen (Rheintal oberhalb des Bodensees), Grundwasseraufstöße im
Karstgestein in Gebieten mit kleinem Einzugsgebiet (Nationalpark
Kalkalpen) oder aufstossendes Wasser des begleitenden Hangwasserstroms
unterhalb von Schwellen kombiniert mit sehr kleinem Einzugsgebiet und
geringer Wassermenge (z.B. Afritzer Bach im Südtirol). Die
Grundwasseraufstöße im Restwasserlauf der Ybbs, sowie das gesamte Gebiet
in mittlerer Höhenlage und kleinem Einzugsgebiet in den Kalkalpen um
Mariazell eignen sich ebenfalls für die Bildung von Flusspopulationen.
Grössere Grundwasservorkommen finden sich im allgemeinen am Übergang von
Gebirgsregionen zu Ebenen. Durch die Besiedelung (Entwässerung) eben
dieser Bereiche sind die in solchen potentiell geeigneten Gebieten
gelegenen Gewässer jedoch weitgehend zerstört worden.
Hochwasserereignisse in Frühjahrsmonaten wirken absolut eliminierend für
Eier und Brut. In abflussstabilen, winterwarmen, von Grundwasser
gespeisten monotonen Kanälen gedeiht die Regenbogenforelle jedoch
vorzüglich. Die Regenbogenforelle kann durchaus sogar als
Leitfisch für solche von Menschenhand geschaffene Sekundärbiotope
bezeichnet werden.
Das Winterhabitat
Winterhabitate sind für Regenbogenforellen von besonderer Bedeutung. Sie
sollten strömungsberuhigt sein, idealerweise Temperaturen von ca. 3-4°C
oder mehr aufweisen und nahrungsreich sein. Da die Regenbogenforelle
meist in höheren Wasserschichten und bewegtem Wasser schwimmt als die
Bachforelle, ist ihr Verbrauch an Energie wesentlich größer als der der
Bachforelle, die meist in lenthischen Bereichen ruht und mit
sporadischer Nahrungsaufnahme auch in sehr nahrungsarmen Gewässern noch
ihr Auslangen finden kann. Regenbogenforellen bevorzugen Gewässer mit
ausgesprochen viel Nahrung, damit sie ihren hohen Energieaufwand decken
und ein ausreichend großes Fettdepot für die kalte Jahreszeit anlegen
können. Der höhere Energiebedarf durch das arttypische Verhalten zehrt
im Winter stark am Fettdepot. Sind Bäche zu schnell fließend, zu kalt
und ohne strömungsberuhigte Bereiche sowie Pools mit ausgeprägter
Temperaturschichtung, so wird das Depot zu rasch abgebaut und der Fisch
überlebt den Winter nicht. Die RBF reagiert in solchen Gewässern oft mit
Abwanderung im Herbst. Mancherorts findet man dann im Frühjahr jedoch
auch Fische in stark abgemagertem Zustand. Dabei handelt es sich meist
um Fische, die als Grossfische ins Gewässer eingebracht wurden.
Winterwarme(6-8°C) von Grundwasser gespeiste Gewässer (Spring Creeks)
hingegen liebt die Regenbogenforelle ganz besonders. Sie kann dort auch
während der kalten Jahreszeit noch an Gewicht zunehmen.
Das Jungfischhabitat
Regenbogenforellen sind schon kurz nach der Emergenz sehr ausdauernd in
oberflächennahen Wasserschichten am Schwimmen, während
Bachforellen Brütlinge sich eher in strömungsarmen Bereichen am Grund
aufhalten. Regenbogenforellen benötigen unbedingt strömungsberuhigte
Zonen, da sie aufgrund ihres arttypischen Verhaltens sonst schnell
verdriftet werden und sterben. Verluste von über 90 % sind bei
Jungfischen jedoch normal und optimieren die genetische Anpassung.
Regenbogenforellen sind opportune Fresser. Sie bevorzugen als Jungfische
jedoch Plankton, wenn solches vorhanden ist. Auch Gammaridenlarven und
kleine Insektenlarven werden gern genommen. Meines Erachtens ist das
massenhafte Vorkommen von Gammariden im Gewässer ein sicherer Indikator
dafür, dass Regenbogenforellenbesatz mit großer Wahrscheinlichkeit
erfolgreich sein wird. Beide benötigen nämlich sauberes,
sauerstoffhaltiges kalkhaltiges Wasser und reagieren auf
Hochwasserereignisse sehr sensibel, sprich werden verdriftet, weil sie
sich in der Strömung nicht halten können. Die Regenbogenforelle
bevorzugt kalkhaltiges Wasser. In Silikatgewässern gedeiht die
Bachforelle besser.
Das Adultenhabitat
Das
Adultenhabitat ist besonders in Zusammenhang mit dem Wachstum von
Bedeutung. Wenn die Regenbogenforellen abwachsen sollen, dann brauchen
sie auch größere, tiefere Bereiche. Ist ein Gewässer durchgehend sehr
flach(< 0,5 m - 1 m) und reproduziert die Regenbogenforelle dort, dann
wären größere Fische permanent im Futterkampf mit einer großen Zahl von
Jungfischen. Dies wirkt sich negativ auf ihr Wachstum aus. Größere
Fische werden dann diese Bereiche in Richtung stromab verlassen und dort
die tieferen Einstände im Fluss besiedeln. In diesen flachen Bereichen
können nur die Äschen gut an Größe zulegen, weil sie anatomisch gesehen
von der Nahrungsaufnahme her gegenüber den Regenbogenforellen im Vorteil
sind und zudem ihre Dominanz auch durch ausgeprägtes Revierverhalten
ausspielen. Grundwassergiessen mit langen, flachen Gewässerabschnitten
kommen besonders den Seeformen entgegen, sofern diese Zugang dazu haben.
Diese wachsen dort bis zum "Smoltifizieren"(20-25 cm) schnell heran und
verlassen den flachen Bereich dann wieder, um in den See zurückzukehren.
Das
Thema Konkurrenz zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle ist vom
heutigen Stand der Wissenschaft gesehen eigentlich vom Tisch. Die
Untersuchung von Dr. Peter (EAWAG, Schweiz), die europaweit Verwirrung
gestiftet und zu einer ablehnenden Haltung gegenüber der
Regenbogenforelle geführt hat, wurde als fehlerhaft enttarnt und die
falschen Schlüsse des Autors wurden korrigiert. Eine Gefährdung anderer
Arten kann bei korrektem Besatz entsprechend der Vorgaben in dieser
Abhandlung ausgeschlossen werden. Leider geistert bei vielen
Wissenschaftlern und Naturschutzorganisationen noch die Untersuchung von
Dr. A. Peter im Kopf herum.
Es ist
auffallend, dass ein Konkurrenzdruck von Regenbogenforellen auf
Bachforellen und Äschen (im Folgenden als AE bezeichnet) in den Staaten überhaupt kein Thema ist,
sondern das Vorkommen dieser Arten dort primär Temperatur gesteuert
betrachtet wird (persönliche Mitteilung Ray J. White, American Fisheries
Society). Sehr wohl sind jedoch Interaktionen zwischen
Regenbogenforellen und Kehlschnittforellen sowie zwischen Bachforellen
und Bachsaiblingen in den USA ein Thema.
BF-RBF
Bachforellen und Regenbogenforellen nützen unterschiedliche Nischen und
ihr Vorkommen ist in erster Linie von der Temperatur und anderen
abiotischen Faktoren gesteuert. Die Vermehrung bei der
Regenbogenforelle ist in Gewässern mit Geschiebetrieb, wie er in
praktisch jedem Bachforellengewässer beim kleinsten Regenfall schon
einsetzt, prinzipiell nicht möglich. Somit ist schon natürlicherweise
eine Trennung der Habitate gegeben. Die Bachforelle besäße auch in
winterkalten Gewässern klare Vorteile in Bezug auf die
Entwicklungszeit der Eier. Somit ist eine Konkurrenz dann praktisch
auszuschliessen, wenn der Fisch nicht eingesperrt wird, sondern sich
seine Nische aussuchen kann. Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass
Bachforellen durch das Nichtvorhandensein von Regenbogenforellen
zahlenmäßig nicht zulegen konnten, sondern ihre Biomasse mit dem
Vorhandensein geeigneter Unterstandsmöglichkeiten zu korrelieren
scheint.
Wie kann es dennoch nicht nur theoretisch sondern auch praktisch zu
einer Artenverschiebung kommen?
Hier ein Beispiel, das von der Bio-Logik her eine Artenverschiebung
durch Habitatsveränderung möglich
macht:
Habe ich ein Sekundärbiotop (Meliorationskanal) vor mir, das von
Grundwasser (Sohlfiltrat) eines mit ihm korrelierenden größeren
Parallelgewässers gespeist wird und durch überhängende Ufer auch
Unterstände für Bachforellen bietet, so sind, wenn die
Strömungsgeschwindigkeit zudem sehr hoch ist, Bachforellen gegenüber „Freiwassersalmoniden (wie
der RBF)“
deutlich im Vorteil. Somit kann sich hier eine gute BF Population
aufbauen, da die BF aufgrund der Verhältnisse praktisch die einzige
Fischart ist, die sich dort halten kann. Versiegen jedoch nach und nach
die Grundwasseraufstöße, so werden nach und nach auch die Wasserstände
und Strömungsgeschwindigkeiten sinken. Die Unterstände in Ufernähe
verschwinden, da die Ufer nun einbrechen und statt dem unterspülten Ufer
stellt sich bald ein Badewannenprofil ein. Durch die reduzierte
Strömungsgeschwindigkeit, werden nun die Freiwasserräume fernab der
Uferzone bis hin zur Gewässermitte für andere Salmoniden bewohnbar. Da
sich die Temperatur erhöht beginnen auch die Pflanzen besser zu wachsen.
Damit verbunden ist in der Regel auch eine deutliche Erhöhung der
Benthosbiomasse. War früher nur der Uferstreifen bewohnt, so ist nun ein
viel größerer Teil des verfügbaren Wasserkörpers von Fischen nutzbar.
Regenbogenforellen, die durch ihr arttypisches Verhalten eine viel
größere Nahrungsmenge zum Überleben benötigen, kommen nun mit der
veränderten Situation besser und besser zurecht. Die Habitate der
Bachforellen jedoch schrumpfen und so ist es nur eine Frage der Zeit,
bis diese Fischart in diesen Gewässern verschwindet zumal auch die
fehlende Verdünnung von Drainagewässern und anderen Oberflächenwässern
aus dem Umfeld des Gewässers dazu beiträgt, dass die Wasserqualität sich
verschlechtert. Die Biomasse an Fischen ist jetzt jedoch deutlich höher
als vorher, da nicht nur die Nahrungssituation besser ist, sondern auch
mehr Nutzfläche für die anderen Fischarten zur Verfügung steht.
RBF-AE
Regenbogenforellen und Äschen leben seit jeher in Sympathrie
miteinander, das heisst, sie sind auch entwicklungsgeschichtlich schon
lange Zeit Nachbarn und haben sich arrangiert. Dies ist auch in meinen
Filmaufnahmen erkennbar. Jeder Fluss, in dem diese beiden Arten
vorkommen, hat typische Plätze für Regenbogenforellen und solche, wo
sich Äschen bevorzugt aufhalten. Sind beide Arten dennoch am gleichen
Ort im Gewässer anzutreffen, so steht die Äsche meist hart am Grund,
während die Regenbogenforelle deutlich höher im offenen Mittelwasser
Nahrung aufnimmt. Kommt es zu einem Schlupf von Insekten, so haben die
Äschen die Möglichkeit, diese schon kurz nach der Emergenz aus den
Kieslückenräumen abzufangen, noch bevor sie in den Aktionsradius der RBF
kommen. Bezüglich terrestrischer Flugnahrung und oberflächlich
abtreibender Insekten ist die RBF jedoch im Vorteil. Schon die Anatomie
des Mauls, lässt eine unterschiedliche Art der Nischennutzung erkennen.
Beide Arten können problemlos koexistieren. Wird das Wasser jedoch
nochmals wärmer, so kann schließlich die Äsche eine sehr dominante
Stellung einnehmen. Sie ist dann meist sehr aggressiv und verbeißt jeden
anderen Fisch und sei er deutlich größer, wenn er durch ihr Fressrevier
schwimmt. Es kann dann sein, dass große Äschenschwärme andere Arten
vollkommen aus diesen Gewässerabschnitten verdrängen.
Bachforellen, Äschen und Regenbogenforellen kommen also durchaus
nebeneinander aus, ja ergänzen sich sogar, indem sie sonst ungenützte
Nischen im Gewässer besetzten. Ob alles wirklich problemlos abläuft,
hängt von der Art des Gewässers sowie der Herkunft und Größe der
besetzten Fische ab. Wird diesen wichtigen Faktoren Rechnung getragen,
so ist die Regenbogenforelle in Europa eine problemlose und dankbare
"Gastarbeiterin", die sich gut in ein bestehendes Gefüge eingliedern
kann, sofern der Lebensraum für sie überhaupt geeignet ist. Während
Regenbogenforellen und Bachforellen grundsätzlich verschiedene Habitate
nutzen, so halten sich Äschen und Regenbogenforellen im Gewässer meist
in ähnlichen Bereichen auf. Diese beiden Fische leben jedoch auch in
ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Sympathrie. Wenn die Äsche
jedoch ein ihr behagendes Habitat vorfindet, so kann sie, da sehr
standorttreu, sehr dominant werden und durch starke Vermehrung ganze
Flussabschnitte für sich beanspruchen. Die Regenbogenforelle ist dagegen
eher ein Streuner und hält sich im Gegensatz zur Äsche auch mehr in den
oberen Wasserschichten auf, da sie gegenüber UV Strahlung weniger
empfindlich ist.
Nicht zu
verleugnen ist die Tatsache, dass Regenbogenforellen, sofern sie
eingesperrt werden und nicht ausweichen können, natürlich auf das dort
vorkommende Futterangebot angewiesen sind und dieses mit anderen
Mitbewohnern teilen müssen. So können sie durchaus in einem Angelteich
die dort zur Laichablage sich vereinenden Amphibien stark reduzieren.
Auch andere Lebewesen sind bei Fehlbesätzen in ihrer Urheimat unter die
Räder gekommen. Dies würde jedoch auch auf jeden Fisch zutreffen, der
räuberisch lebt. Auch der bei uns heimische Döbel (Aitel) ist nicht
zimperlich mit allem was sich bewegt und kann auch in Jungfischbeständen
von Äschen und Nasen wüten.

Der Besatz mit Regenbogenforellen ist oft nicht in dem Mass erfolgreich,
wie der Bewirtschafter es sich vorstellt. Oft wandern die Fische nach
dem Besatz rasch flussab. Die verbleibenden Fische haben unter Umständen
bereits nach kurzer Zeit einen schlechten Ernährungszustand und
beeinträchtigen die Lebensgemeinschaft in Bächen unter Umständen sogar
negativ. Die Abwanderung wie auch die schlechte Kondition mancher
Besatzfische haben ihre Gründe. Fischverluste durch Abwanderung müssten
eigentlich nicht sein, wenn die Bewirtschafter dieser Gewässer sich mit
den Anforderungen an ein RBF Habitat auseinandersetzen würden. Meist hat
die Abwanderung einen ganz einfachen Grund: Viele Gewässer in die
Regenbogenforellen besetzt werden, eignen sich schlichtweg nicht für
diesen Fisch! Die leichte Verfügbarkeit von RBF hat jedoch dazu geführt,
dass diese wahllos und in großer Zahl auch in für sie ungeeignete
Gewässer besetzt wurden.
Selbst
in ihrer Heimat weisen nur wenige Flüsse Verhältnisse auf, die eine
Selbstreproduktion ermöglichen und die Population (alle
Lebensstadien) erhalten können.
Die Gründe für die Abwanderung der Regenbogenforelle in Gewässern, die
für sie geeignet zu sein scheinen, liegen jedoch primär bei der Herkunft
und Größe der Besatzfische.
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Besatz
mit Wanderformen:
Beim
Besatz mit wandernden Fischen (Steelheads oder Seeformen) im Fluss/Bach
ist mit einer Abwanderung von nahezu 100% der Fische zu rechnen, bevor
diese das Fangmass erreichen. Ein Besatz fruchtet nur dann, wenn es
sich um einen See-/Meereszufluss handelt und die zurückkommenden Fische
im Fluss abgeschöpft werden sollen. Verständlicherweise fruchten Besätze
solcher Fische nur in Seezuläufen, die jedoch keine Wanderhindernisse
aufweisen dürfen, da die besetzten Fische, was natürlich auch für
Steelheads zutrifft, sonst nicht mehr in den Fluss zurückkehren können.
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Besatz
mit domestizierten Speisefischen:
Oft
werden zum Besatz Fische aus Fischzuchten verwendet, deren Zweck die
Produktion von Speisefischen ist. Durch Selektion auf ganz andere Ziele
als das Überleben in freier Natur ist ihre genetische Variabilität sehr
reduziert. Auch wenn es sich unter Umständen um einen nicht wandernden
Stamm handeln würde(was eher unwahrscheinlich ist), sind diese
domestizierten, handzahmen Fische in freien Gewässern meist total
überfordert. Sie können sich auf die Verhältnisse nicht einstellen und
ihren Organismus nicht mit ausreichend Nahrung versorgen. Es sind so
genannte "competitive feeders", d.h. Fische, die gezüchtet wurden, um
pausenlos zu fressen und zwar alles, was sich bewegt oder ins Wasser
fällt. In der Fischzucht ist dies vorteilhaft, in freier Natur jedoch
tödlich. Je mehr der Fisch in freier Natur sich bewegt um Nahrung
aufzunehmen, desto mehr nimmt er oft ab, weil ihm der natürliche
Instinkt für das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag schlicht und
einfach weggezüchtet wurde! Im Fluss, wo die Strömung auch noch
erschwerend hinzukommt, nimmt er nun rasch an Gewicht ab. Nun greifen
Stressparasiten ein und eliminieren den Fisch, wenn der Fischer dem
nicht schon zuvor ein Ende setzt. Zumindest beim nächsten Hochwasser
verschwindet der geschwächte Fisch auf Nimmerwiedersehen. Da diese
handzahmen Speisefische bei Gefahr auch kein natürliches Fluchtverhalten
zeigen, werden sie auch eine leichte Beute von Reihern, Gänsesägern und
Kormoranen.
Wenn
dann besonders "schlaue" Bewirtschafter sich auch noch auf Herbstbesätze
mit fangfähigen (Speise-)Fischen festlegen, damit die Fische sich
„akklimatisieren“ können und noch etwas Ruhe haben, bevor die ersten
Fischer ans Wasser kommen, ist der Verlust eines Grossteils der Fische
vorprogrammiert. Die überlebenden Regenbogenforellen sind im Frühjahr
meist in einem erbärmlichen Zustand (evtl. Ausnahme Seen).
Die gleichen Fehler werden natürlich auch beim BF-Besatz gemacht. Die
Folgen eines Besatzes mit fangreifen Bachforellen sind sogar manchmal
noch schlimmer, weil die potentielle Gefahr der Hybridisierung mit
endemischen Bachforellen besteht.
In vielen Fischzuchten werden Regenbogenforellen auch triploidisiert.
Durch spezielle Techniken (Druck oder Temperaturverfahren) werden die
Eier nach der Befruchtung behandelt, wodurch sich der Chromosomensatz
aufspaltet(3 statt 2 Chromosomen). Die Fische sind dadurch steril und
können viel schneller wachsen, weil die Hormonproduktion ihr
Längenwachstum nicht beeinträchtigt. Es werden auch andere Verfahren wie
die Erzeugung rein weiblicher Fische eingesetzt, um dem Kunden immer
silberne Fische liefern zu können. Zusätzlich wird seit Jahren in
geschlossenen Anlagen auch immer wieder mal versucht, genetisch in das
Wachstum einzugreifen. Kommen solche Fische nach Störfällen dann in
Gewässer, wie der nachfolgende Fisch aus einem See in Saskatchewan, so
können wahre Riesenfische heranwachsen. Die Obergrenze? - Unbekannt!

43 Pfund
wog dieser Weltrekordfisch und er war nicht allein
Was, wo, und wann besetzen?
Besatz mit der Flussform
Nehmen wir an, wir verfügen jedoch über ein Gewässer das abflussstabil,
kalkhaltig und sehr nahrungsreich ist, im Sommer nicht mehr als 15°C
erreicht (PKD!) und im Winter den Forellen strömungsberuhigte Zonen mit
mindestens 3°C bietet. In diesem Idealfall können wir mit Brut eines
Stammes arbeiten, der dem Gewässertyp entspricht (flussresident, Seeform,
...). Der Besatzfisch sollte idealerweise direkt aus den Staaten
(Fischzuchten für Fliessgewässer, Universitäten, Dep. of Fish and Game,
Wildfänge aus Montana, Idaho, oder B.C. ...) kommen und eine hohe
genetische Veriabilität besitzen oder von einem Züchter in Europa
stammen, der eine ausreichend große Elterntierhaltung solcher Fische
hält und sie regelmässig durch Wildfische auffrischt.
Wird das Gewässer mehr als 15°C warm, so empfielt sich ein Besatz mit
Sömmerlingen, wenn die Temperaturen wieder sinken(September), aber noch
ausreichend Nahrung im Gewässer vorhanden ist. So kann der Jungfisch
sich noch gut auf natürliche Nahrung umstellen, bevor er sich ins
Winterlager begibt. Optimal für den Besatz geeignet sind winterwarme
Gewässer, da der Fisch hier ganzjährig Nahrung v.a. auch in Form von
Gammariden aufnehmen kann. Hier wachsen die Fische natürlich wesentlich
besser ab und erreichen größere Maximalgrößen sofern ausreichend
Adultenhabitat zur Verfügung steht.
Besatz mit der Seeform:
Wollen wir die Seeform der Regenbogenforelle besetzen, so muss das
Gewässer den Anforderungen eines RBF Gewässers entsprechen, damit eine
selbsterhaltende Population aufgebaut werden kann. Da das Adultenhabitat
der See ist, muss die Durchgängigkeit des Gewässers zum See in beide
Richtungen gewährleistet sein. Je nach Nahrungsverhältnissen im See
(z.B. viele Jungfische von Cypriniden, Coregonen oder wie in BC
Binnenlachsen) können auch extrem großwüchsige, piscivore
Regenbogenforellen (Gerrard Stamm der Kamloops) besetzt werden. Meist
kommen jedoch Planktonfresser zum Einsatz. Sie können das reiche
Nahrungsaufkommen in Seen in Form von Plankton besser nutzen und eine
Stufe in der Nahrungspyramide überspringen.
Idealerweise sollten Eier von Wildfischen der Seeform mit Wasser aus dem
Oberlauf des Flusses erbrütet werden, in den die Fische dann später
zurückkommen solllen. Die Seeform verlässt vor Erreichen des Fangmaßes
das Gewässer in Richtung See. Dort hält sie sich in tieferen Schichten
auf und ist vor der Beanglung relativ gut geschützt. Netzen scheint sie
ebenfalls gut ausweichen zu können. Dadurch ist gewährleistet, dass
immer genügend Laichfische ins Gewässer zurückkehren.
Handelt
es sich um ein Gewässer der Barbenregion, das für Forellen im Sommer zu
warm wird und stromauf auch noch durch ein Wanderhindernis den Zugang
zur Forellenregion versperrt, so findet die RBF keine geeigneten
Laichhabitate vor. Trotzdem kann ein Besatz mit der Seeform hier
erfolgreich sein. Wenn nämlich Frühjahrslaicher (März/April) gewählt
werden, so lässt sich dort zwar keine selbst erhaltende Population,
unter Umständen jedoch eine exzellente Fischerei auf kapitale
Rückkehrer, aufbauen.
Da zu
der Zeit, in der sie zurückkehren werden (Stamm mit Laichzeit im Frühjahr
von März-April) das Wasser noch kühl und sauerstoffreich ist, sind die
Fische dann bei bester Kondition. Fische die nicht gefangen werden,
kehren später, wenn die Wassertemperatur ansteigt, rasch in den See
zurück. Es empfiehlt sich ein Teil der rückkehrenden Fische zu streifen,
damit immer nur wildes Besatzmaterial zum Einsatz kommt. Da die
Temperatur in Barbenregionen im Sommer unter Umständen über 20 °C
ansteigt, ist das Gewässer während dieser Zeit für juvenile und adulte
RBF ungeeignet. Dies bedeutet auch, dass der Besatz nicht mit Brut oder
Vorstrecklingen erfolgen darf. Idealerweise besetzen wir hier einjährige
Fische, die im Frühjahr das Gewässer wieder verlassen, bevor es zu warm
wird. Man kann dafür die Fische über ein bis zwei Wochen stark füttern,
sodass sie nach dem Besatz nach Nahrung suchend automatisch stromab
schwimmen. Wenn man für den Besatz das Wetter mit einplant und die
Fische zwei Tage vor einem zu erwartenden höheren Wasserstand besetzt,
so schwimmen sie dann direkt in den See. Als 3-jährige Fische kommen
sie dann mit ca. 42-45 cm erstmals zurück, manche jedoch erst als
4-jährige(48-53 cm) oder 5-jährige(55-62cm), dafür aber um einiges
größer.
Es gibt Seeformen, die aufgrund des schnellen Wachstums erst sehr spät
(5-7) Jahr laichreif werden. Sie kehren dann als äußerst kapitale Fische
mit Gewichten von bis zu 10 und mehr Kilo in ihr Laichgewässer zurück.
Mehrfachaufstiege sind bei RBF möglich. Es müsste prinzipiell auch
möglich sein, mit Flusswasser geprägte Regenbogenforellen direkt in den
See zu besetzen, ohne dadurch eine wesentlich geringere Zahl an
Rückkehrern zu erhalten. Regenbogenforellen der Seeform nützen den
richtigen Wasserstand, um in ihren Geburtsfluss einzusteigen. Gelingt es
ihnen nicht, so versuchen sie ihr Glück in einem anderen Zufluss.
Regenbogenforellen laichen nie bei sinkender Wassertemperatur. Es kann
jedoch durchaus sein, dass ein Frühjahrslaicher bereits im Oktober im
Laichgewässer mit reifen Gonaden auftaucht. Wenn die Wassertemperatur
fällt, lässt er sich in tiefe, strömungsberuhigte Zonen zurückfallen, um
zu überwintern. Der Laich wird durch die niederen Temperaturen
konserviert und verliert nichts von seiner Fertilität. Sobald die
Wassertemperatur im Frühjahr wieder ansteigt und mindestens 6°C
erreicht, laichen die Fische rasch ab und verlassen danach das Gewässer.
Sollte nichts Unvorhergesehenes eingetreten, so sind bei der Seeform
immer genügend Laichfische am Laichplatz, da sie sich ja während des
Jahres im See in tieferen Zonen aufhalten und sich somit der Fischerei
weitgehend entziehen. Wenn die Regenbogenforellen sich sehr gut
vermehren, kann es zu Nahrungsmangel in ihren Nischen im Gewässer
kommen. Dies ist neben Bestand sichernden Mechanismen wahrscheinlich
auch der Grund, warum einige Jungfische bereits im ersten Jahr das
Geburtsgewässer in Richtung See verlassen. Es empfiehlt sich jedoch
immer, eine Seeform gut zu managen. V.a. wenn die Laichplätze knapp
sind, sollte die Entnahme eines Teils der Fische dazu dienen, dass eine
Superimposition von Laichplätzen verhindert werden kann und die
Jungfische nicht vermehrt von den im Frühjahr im Gewässer noch
vorhandenen Adulten gefressen werden.
Die Größe der Besatzfische
Besätze können nur dann als wirklich erfolgreich bezeichnet werden,
wenn sich die Besatzfische einnischen können, ablaichen und eine
eigenständige Population bilden. Dies ist jedoch nur im Idealfall
möglich, denn viele Gewässer, besonders im Voralpenland aber auch in den
Tälern sind schon stark durch Besiedlung in Mitleidenschaft gezogen
worden und durch harte Verbauungen der Ufer geschädigt. Bei der
Regenbogenforelle braucht es zum Aufbau einer selbst erhaltenden
Population wichtige Grundlagen, die aufgrund der bereits erwähnten
geographischen, geologischen aber auch biologischen Voraussetzungen
nicht nur in Europa schwer zu finden sind. Selbst wenn alle diese
Voraussetzungen erfüllt sind, scheitert die Sache schliesslich an den
nicht ausreichend berücksichtigten Hegemaßnahmen.
Der Idealfall – Initialbesatz mit Eiern oder Brut von Wildfischen
Auch
bei der Regenbogenforelle gilt, dass die Besatzfische so klein wie
möglich jedoch so groß wie nötig sein sollten, damit sie überleben
können.
Das bedeutet, das zuerst die Gegebenheiten am Wasser genau unter die
Lupe genommen werden müssen. Sind alle Habitate vorhanden und ist die
Wasserqualität sehr gut, so kann mit Brut besetzt werden. Ist der
Lebenszyklus irgendwo unterbrochen, so wird die Größe der Besatzfische
so weit gesteigert, dass die kritische Phase (z.B. nicht ausreichendes
Habitat für die schlecht schwimmenden Brütlinge) überbrückt werden kann.
Leider sind in der Realität nur die wenigsten Gewässer für diese Art des
Besatzes geeignet.
Wenn das Gewässer mehr Fische ernähren kann, als natürlicher Weise
aufkommen (z.B. weil zuwenig Laichplätze oder Jungfischhabitate
vorhanden sind) und somit viele Nischen ungenützt bleiben, so kann durch
einen Stützbesatz der Bestand noch wesentlich verbessert werden. Für
bestandstützende Massnahmen sollte jedoch ausschliesslich der gleiche
Stamm verwendet werden, der bereits im Wasser vorkommt und sich dort
vermehrt. Damit die Bereiche, wo sich die RBF natürlicherweise im
Gewässer fortpflanzen kann, nicht beeinträchtigt werden, sollten sie vom
Zusatzbesatz ausgeklammert werden. Für Zusatzbesatz gilt ebenfalls, dass
der Fisch möglichst nahe am Wildfisch sein soll. Das Abfangen und
Umsetzen eines Teils der natürlich verlaichten Fische in eine
Zuchtanlage bevor die intraspezifische Ausdünnung im Gewässer beginnt,
ist eine Möglichkeit, um nicht auf bereits teildomestiziertes
Besatzmaterial zurückgreifen zu müssen. Meistens genügt es, die
kritische Phase zu überbrücken, bis die Fische eine Größe von 8-10 cm
erreicht haben und gut schwimmen können (Spätsommer).
Die Bewirtschaftung mit Regenbogenforellen ist nicht ganz einfach und
verlangt eine genaue Kenntnis des Gewässers, der Biologie des Fisches
und seines Verhaltens.
Wenn es sich bei den Besatzfischen um Brut oder Sömmerlinge bis maximal
1-jährige Fische handelt, so sind sie meist noch in der Lage an Gewicht
zuzunehmen, und sich im Gewässer einzunischen, es sei denn, die Menge an
Besatzfischen ist zu hoch gewählt und ihr Nahrungsbedarf übersteigt die
verfügbare Nahrungsmenge.
Grossfischbesatz?
Der
Besatz mit fangfähigen, teils sogar kapitalen Fischen hat in manchen
Alpengewässern in den letzten Jahren aufgrund der starken
Kormoranpräsenz ebenfalls zugenommen. Eine Regenbogenforelle wird in der
Fischzucht konstant gefüttert, und oft wird erst kurz vor dem Besetzen
die Fütterung reduziert. Der Fisch ist also nicht auf den Nahrungserwerb
in freier Natur vorbereitet. Wenn nun ein solcher Fisch als bereits
adulter Fisch in ein Fliessgewässer besetzt wird, so hat er unter
Umständen in der Fischzucht bereits eine Größe erreicht, die über der
Größe liegt, die ein Fisch unter natürlichen Bedingungen in diesem
Gewässer erreichen kann. Somit ist der Fisch überhaupt nicht in der
Lage, mit der verfügbaren Nahrung sein Gewicht nur zu halten, geschweige
denn, noch Gewicht zuzulegen. Die Regenbogenforelle legt unter genannten
Umständen zur Futtersuche auch grössere Distanzen zurück, um ihren
Nahrungsbedarf zu decken. Wenn sie dabei flussab schwimmt, wo im
allgemeinen die Futtergrundlagen besser werden, sich gar über Wehre
treiben lässt, so ist durch diese Wanderhindernisse eine Rückkehr an den
Ort des Besatzes oft gar nicht mehr möglich.
Grossfische haben aufgrund zu enger Haltung zu dem oft sehr kleine, oder
gar runde Flossen. Ein Flussfisch hat im Vergleich dazu sehr grosse
Flossen, die nicht nur dazu dienen, die Zahl der Schwanzbewegungen zu
reduzieren und somit Kraft zu sparen, sondern auch bei Gefahr eine
raschere Flucht ermöglichen. Ein solcher „Quasten(Stummel-)flosser“ hat,
als Grossfisch im Fluss besetzt, praktisch kaum Überlebenschancen. Zudem
verschandelt er schon rein optisch ein Fliesgewässer. Fische ohne
perfekte Flossen bringt kein verantwortungsbewusster Bewirtschafter in
ein Gewässer ein!
Aus dem
gerade Gesagten lässt sich schlussfolgern, dass als zu grosse Fische in
freie Gewässer besetzte Regenbogenforellen entweder gefüttert werden
müssen, oder aber, ab dem Zeitpunkt, wo sie besetzt werden, an Gewicht
abnehmen. Dann stellt sich allerdings die berechtigte Frage, was dies
mit Bewirtschaftung zu tun hat, wenn man schliesslich weniger
Fischgewicht abfängt, als man besetzt hat.

Resultat
eines falschen Großfischbesatzes: Abmagerung und in Folge Tod.
Einen
Fisch im offenen Gewässer zu füttern, ist zwar aufgrund der besseren
Widerstandsfähigkeit gut genährter Fische gegenüber Giften und
Schwermetallen (Speicherung/Pufferung im Fettgewebe) in den heute durch
Kläranlagen oft geradezu sterilisierten Gewässern durchaus
nachvollziehbar, doch sicher nicht wirtschaftlich und mit dem
Nachhaltigkeitsprinzip wohl kaum vereinbar.
Möglichkeiten für eingeschränkten Grossfischbesatz:
Grossfischbesatz lässt sich prinzipiell nur in stark beeinträchtigten
Fliessgewässern durchführen, wo Staulagen oder Seen schwache Fische
auffangen können, die dort in der Lage sind, sich zu erholen. Dabei muss
aber auch die Herkunft der Fische (Stamm und genetische Variabilität)
Rechnung getragen werden.
In
Flussstrecken kann ein Besatz mit fangfähigen Fischen, wenn überhaupt,
nur in Monaten mit starker Nahrungsverfügbarkeit (Mai-Juni) fruchten,
sodass die bereits adulten Fische noch geringfügig an Gewicht zulegen
können, aber bis zum Herbst vollständig wieder abgefangen werden können.
Allerdings stellen solche Besätze auch immer größere Eingriffe in
bestehende Lebensgemeinschaften dar, da diese immer wieder von neuem an
einer Einstellung des natürlichen Gleichgewichts gehindert werden. Nur
wenn der Lebensraum bereits so stark zerstört ist, dass andere Arten
fischereilich weder genützt noch einschneidend geschädigt werden können,
die Fischerei aber am Leben erhalten werden soll (Tourismus), können solche Besätze
unter Umständen auch gerechtfertigt werden.
Kann der
Regenbogenforelle geholfen werden?
Wenn wir absolut ideale Voraussetzungen zum Besatz mit
Regenbogenforellen haben, so sollte der eingebrachte Stamm in der Lage
sein, sich selbst zu erhalten. Dafür benötigt es jedoch einen sehr
restriktiven Schutz der Laichfische, um ein Zusammenbrechen des Stammes
zu verhindern. Wenn der Bestand an Biomasse einer Salmonidenpopulation
unter 50% fällt, zerbricht er haben Wissenschaftler festgestellt. Eine
zu hohe Entnahme dürfte neben flussbaulichen Massnahmen auch der Grund
dafür gewesen sein, dass die vor 1900 in europäischen Fließgewässern
besetzten Regenbogenforellen nicht wandernder Stämme trotz der
erfolgreichen Introduktion nach einigen Jahren wieder zerbrachen.
Um diesen Mechanismen Rechnung zu tragen, sollte das Schonmass entweder
sehr hoch sein (z.B. der Fisch soll drei Mal ablaichen können) oder es
sollte ein Teil der Fische an der breiten Basis der Pyramide entnommen
werden dürfen. Der Hauptteil an laichfähigen Fischen sollte jedoch durch
ein breites Zwischenbrittelmaß geschützt sein.
Welche Lösung für das jeweilige Gewässer gewählt wird, hängt von der
natürlichen Ausdünnung des Bestandes ab. Sind beispielsweise viele
strömungsberuhigte Jungfischhabitate vorhanden (die "sogenanntes "crowding"
zulassen), so zeigt sich bei Regenbogenforellen oft eine
explosionsartige Vermehrung und in Folge eine Entwicklung einer sehr
breiten Basis an Jungfischen, die sich später nahrungsmäßig selbst
einschränken. Es kommt zu einem zahlenmässig hohen Bestand, der jedoch
ein vergleichsmässig niedriges Stückgewicht aufweist. Sollte dies
zutreffen mag es von Vorteil sein, den Bestand durch
Hegemaßnahmen (umsetzen oder Entnahme durch Angelei) im unteren Bereich
der Pyramide auszudünnen, damit die Fische besser abwachsen können.
In allen Fällen ist natürlich auch zu beachten, dass eine Flussform der
Regenbogenforelle, wie auch die Bachforelle, ein Stückgewicht erreicht,
das dem Gewässer entspricht, also nicht automatisch auch ausgewachsen
immer über 40 cm lang sein muss. Eine Regenbogenforellenbewirtschaftung
ist immer in Hinblick auf diese Tatsache zu sehen. Deshalb ist eine
Bewirtschaftung mit fangfähigen Fischen auch nicht ganz unproblematisch.
Strukturverbesserungen für
Regenbogenforellen
Mit Strukturverbesserungen lassen sich Fischerträge von Gewässern meist
deutlich steigern. Wenn Möglichkeiten dazu bestehen, also Ufergrund zur
Verfügung steht und der Hochwasserschutz gewährleistet bleibt, ist dies
mit Sicherheit der optimale Weg zur Stärkung der Bestände. Da jedoch zur
erfolgreichen Reproduktion ganz bestimmte Bedingungen gegeben sein
müssen, die sich unter Umständen auf künstlichem Weg kaum erzeugen
lassen, sollten strukturelle Veränderungen in erster Linie auf die
Schaffung von Jungfisch- und Adultenhabitaten abzielen. Bei
Wanderfischen der See- und Meerform der Regenbogenforelle ist vor allem
auf die Durchgängigkeit der Gewässer zu achten.
Strukturverbesserungen sollten also generell dem Fischbesatz vorgezogen
werden oder zumindest begleitend erfolgen. Besatz sollte keineswegs über
die Notwendigkeit struktureller Verbesserungsmaßnahmen am Gewässer
hinwegtäuschen. Niemals sollte man sich mit Besatz alleine zufrieden
geben, solange Gewässer behebbare Defizite aufweisen.
Besatzfische
Nicht alle
Fischzuchten haben geeignetes Material für Besatzzwecke. Die Fische
sollen im Freiwasser und in den Flüssen ja an Gewicht zunehmen können,
da es sonst zu den bereits oben erwähnten Abgängen kommen kann. Sie
sollten idealerweise auch eine hohe genetische Variabilität haben, damit
sie in der Lage sind, sich gut anzupassen und einzunischen. Nur wenn der
Fisch sich im System einnischen kann, also einen selbsterhaltenden
Bestand bilden kann, sind Besätze wirklich erfolgreich. Dies bedarf
eines gewissen Schutzes der Adultenbestände (Schongebiete), damit immer
ein Teil der geschlechtsreifen Fische auch ablaichen kann. Der Großteil
der Fischzuchtbetriebe ist jedoch nicht auf Besatzfischzucht sondern auf
Speisefischproduktion ausgerichtet. Speisefische sind als Besatzfische
nur für Seen und selbst dort auch nur bedingt geeignet. Fische mit
runden Flossen sind nicht nur hässlich, sie sind auch in der
Nahrungsaufnahme (reduziertes Schwimm- und Fluchtvermögen)
beeinträchtigt. Sie gehören nicht in ein Fischgewässer, bestenfalls in
einen Angelteich.
Falls sie gute Besatzfische
brauchen, kann ich ihnen diese auch vermitteln. Eine Bestellung ist
jedoch mindestens 8-12 Monate im voraus zu tätigen, da Züchter immer
nach der Nachfrage die Anzahl der Eier, die sie auflegen bestimmen.
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