GF Vertical Bow Cast

Günter Feuerstein


Sämtliche Bogenwürfe funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Insofern ist dieser Bogenwurf auch nichts wirklich Neues. Das Besondere daran ist die Art der Ausführung, nämlich erstmals auch vertikal. Weshalb ich diesen Wurf kreiert habe, möchte ich Ihnen kurz erklären:

Als begeisterter Nymphenfischer (die Hohe Kunst des Fliegenfischens!!) steht man am Gewässer manchmal vor Situationen, die selbst für einen versierten Werfer unüberwindlich erscheinen. Eine solche Situation war es auch, die mich dazu inspirierte, erstmals einen vertikalen Bogen zu werfen. Der Fluss war an dieser Stelle einfach zu tief und zu schnell, um meine Nymphe rechtzeitig vor Erreichen des Standpunktes der Fische in Bodennähe zu bringen. Mit einem bebleiten Vorfach hätte ich es zwar geschafft, doch ich bin einfach kein Fan dieser Dinger. Zwar erfüllen sie unbestritten ihren Zweck, doch es gibt einfach bei jedem Menschen Sachen, die er mehr oder weniger mag. Kurzum, ich wollte meine beschwerte Nymphe auch ohne beschwertes Vorfach auf Tiefe bringen.


Entstehung eines Bogenwurfs:

Nehmen sie das Ende eines Seil in die Hand und legen sie den Rest ausgestreckt vor sich auf den Boden. Bewegen sie die Hand vertikal nach oben und etwas schneller wieder nach unten. Während sie dies tun, bemerken sie, wie eine Welle das Seil durchläuft. Wenn sie dies horizontal machen, bemerken sie, dass, nachdem die Welle das Seil durchlaufen hat, das andere Seilende genau in entgegen gesetzter Richtung der letzten Bewegung Ihrer Hand zu liegen kommt. Nach diesem Prinzip funktionieren fast sämtliche Bogenwürfe, auch die, die als Abwandlung eine Spiralbewegung als Initialisierung verwenden.
Ein Bogen kommt somit je nach Geschwindigkeit dieser Bewegung am Ende der Fliegenschnur, auf halber Strecke, oder in der Nähe der Rutenspitze zustande. Welche Methode der Ausführung des Wurfes besser ist, ist keine Stilfrage, sondern hängt einzig und allein von der jeweiligen Gewässersituation ab. Jeder sollte hier seinen eigenen Weg finden, also mehrere verschiedene Variationen anwenden lernen.


Die Voraussetzung für weite Würfe - Schnur nachschießen lassen:

Sollte der Bogen auch auf weite Distanzen am Ende der Fliegenschnur aufscheinen, so lasse ich nach der Initialbewegung einfach Schnur nachschießen. Dies ist auch Voraussetzung für den optimalen Vertikalen Bogenwurf, weil ja viel Leerschnur am Ende der Fliegenschnur also beim Eintauchpunkt der Nymphe erzeugt werden soll, damit diese ungehindert absinken kann.

Die Ausführung des GF Vertikal Bow:

Die Rute wird während der Luftwürfe parallel zu Ihrem Körper geführt, ähnlich dem Englischen Wurfstil, jedoch wird auch hier aus der Schulter geworfen, also eine vertikale "halbe Ellipse" (beim Vorwurf läuft die Rutenspitze immer auf einer Geraden) ausgeführt. Sie führen nun ganz einfach den horizontalen Bogenwurf in vertikaler Position aus. Dabei schreiben wir sofort nach dem Stopp (bei ca. 11 Uhr unserer bekannten Wurfuhr) mit unserer Rutenspitze innerhalb der Wurfebene (durch Anheben und Senken der Rutenspitze) ein umgekehrtes V oder U in die Luft.

Wichtig: Nach dem Stopp weicht die Rutenspitze leicht nach innen vor den Körper, damit die Fliegenschnur mit dem sich entwickelnden Bogen nicht in die Rute schlägt.
Je nach Menge der auf dem Wasser notwendigen Leerschnur lassen wir mehr oder weniger Fliegenschnur nachschießen. Wir steuern dies auch durch die Höhe des in die Luft gezeichneten umgekehrten Us (runder Bogen) oder umgekehrten Vs (spitzer Bogen).
 

Fertig! Die Nymphe sinkt ungehindert ab!



Zusatztipp:
The GF "Dunker"

Eine abgewandelte Möglichkeit eines Abgestoppten Wurfs oder Tuck Casts ist das schnelle Anheben der Rutenspitze kurz vor dem Strecken der Fliegenschnur beim Vorwurf. Ermöglicht ebenfalls einen schnellen Tiefgang der Nymphe!

 

Diesen Wurf lernen Sie unter anderem an einem High End Kurs der UFC© Fliegenfischerschule.

 

© Günter Feuerstein, all rights reserved, 1998-2008
Reproduction of any content or parts of this homepage, especially for use on internet, is only allowed with written permission of the
owner!