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Fliegenfischen auf Huchen
Fliegenfischen auf Huchen

Fliegenfischen auf Huchen

Die Jagd nach dem König der Voralpenflüsse

Sobald der Winter naht, tauchen in diversen Fliegenfischermagazinen seit ein paar Jahren in schöner Regelmässigkeit Artikel über das Fliegenfischen auf Huchen auf. Dies hat zur Folge, dass viele Durchschnittsfliegenfischer und sogar fast blutige Anfänger der Verlockung erliegen, es auch einmal versuchen zu wollen, den König der Alpenflüsse mit der Fliege zu überlisten. Man fischt ja mit Guide (wie an den meisten Flüssen vorgeschrieben), da kann es ja nicht so schwer sein? Irrtum!

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Der Huchen (Hucho hucho) gehört zu denjenigen Fischen, die sich durch ausgesprochene Beisslaunen bzw. ganz spezifische Beissperioden auszeichnen. Wenn der Fisch nicht will, kann ihm eine Äsche in seiner Lieblingsgrösse auf dem Kopf rumschwimmen, und er wird sie nicht einmal beachten. Aus diesem Grund lässt sich nicht auf Termin Huchenfischen, bzw. es ist reine Glücksache, wenn man in einer Ferienwoche, in der man Huchenfischen möchte, auch eine Beissphase von Huchen erleben darf.

Ich war letztes Jahr nach Weihnachten je drei Tage an drei österreichischen Topflüssen mit beachtlichem Bestand. Während dieser Zeit hatte keiner der zahlreichen Fischer auch nur einen einzigen Biss. Erst am Abreisetag wurde ein einzelner Grosshuchen -allerdings mit der Spinnrute- gefangen. Neun Tage Nullnummer! Das ist Huchenfischen! Ein paar Wochen zuvor wurden in einer guten Phase allein an einem dieser Flüsse innerhalb weniger Tage gegen 30 Huchen mit teilweise beachtlichen Grössen gefangen. Aus diesem Grund ist es für Guides eher die Ausnahme als die Regel, dass der Kunde Kontakt mit einem Huchen bekommt, es sei denn, er kann auf Abruf kommen. Regelmässige Huchenfänge werden meist nur von Fischern gemacht, die am Fluss oder im nahen Umfeld wohnen und "ihre Huchen" genau kennen.

Huchenwetter!

Der Wasserstand

Huchenfischen ist abhängig vom Wetter und Wasserstand. Mittelwasser ist gewöhnlich schlecht, weil der Huchen dann viel Strömung vorfindet und die Beutefische sich im Fluss verteilen können. Er lässt sich dann nicht blicken und steht in der "Garage"(in seinem Unterstand), wie ich dies zu nennen pflege. Es gibt für den Huchenfang mit der Fliege deshalb va. zwei Möglichkeiten: Bei hohem Wasserstand drückt es seine Beutefische an den Gewässerrand und wenn das Wasser aufklart, ist der Huchen für kurze Zeit wegen seiner grossen Augen im Vorteil und kann leicht Beute machen. Der Huchen kommt also in Randnähe sprich zum Fischer. Wenn es dann noch grosse Flocken schneit und das Wasser leicht eingetrübt ist, herrschen ideale Verhältnisse - perfektes Huchenwetter! Schmelzwasser, das den Fluss anschwellen lässt, macht jedoch " die Pappn zu" wie sich Ewald Hochebner, der Bewirtschafter der Pielach in Österreich auszudrücken pflegt. Ein Anstieg der Wassertemperatur wirkt sich vorteilhaft aus, das Absinken bewirkt jedoch das pure Gegenteil.

Auch bei Niederwasser findet er ideale Verhältnisse zum Rauben vor, da die Beutefische sich nicht verteilen können und er auf seinem Beutezug wegen der schwächeren Strömung Energie sparen kann. Bei Niedrigwasser kommt man an den Huchen ran, und man bekommt den Streamer wegen dem geringeren Wasserdruck auch zum Fisch hinunter. Man muss dann sehr vorsichtig sein denn seinen grossen Augen entgeht nichts. Aus diesem Grund hat sich speziell bei Niedrigwasser das Fischen in der Dämmerung oder Nacht etabliert. Die Nachtfischerei ist jedoch nur an wenigen Gewässern erlaubt.

Ein Hucheneinstand wird abgefächert.

Der Huchenfischer sucht dann aktive Huchen am Übergang von Rinnen zu flacheren Abschnitten (am Strömungsrand) und in Ein- vor allem aber in Ausläufen von Pools. Dort rauben die Fische. Unterstand und Fressplatz eines Huchens sind meist nicht ident und können weit auseinanderliegen. 

Manche Gewässer sind bei Niederwasser trotz gutem Bestand aber starkem Befischungsdruck extrem schwierig zu befischen. Dazu gehört die Sava Bohinjka. Hier muss alles passen, dass die Sava erfolgreich mit der Fliege befischt werden kann. Die meisten Fische werden auch dort beim Spinnfischen gefangen. An manchen Huchengewässern ist das Fischen in der Nacht und auch im Sommer erlaubt. Dann kann dies sogar die beste Zeit im Jahr darstellen. In den Alpen beginnt die Huchenfischerei in der Regel jedoch erst in der kalten Jahreszeit und endet je nach Gewässer zwischen Ende Januar und Ende Februar. Es gibt auch hier Ausnahmen. Der Mondeinfluss ist dann von Bedeutung, wenn konstant gleiche Verhältnisse herrschen. Die Zeiten um den Leermond aber auch kurz vor Vollmond sind in der Regel fängiger, doch beim Huchen ist das Wetter der Game Changer schlechthin.

Huchenfischen ist Schwerarbeit

Huchenfischen mit der Fliege ist außer in offenen, unbewachsenen Gewässerabschnitten und Gewässern in denen kleinere Fliegen eingesetzt werden können schwer, sehr schwer. Das Bewegen am und im Wasser oft bei Eis und Schnee ist eine Herausforderung an Körper und Geist. Kleine Fehler, Unachtsamkeiten oder Leichtsinn können schlimme Folgen haben, besonders wenn man alleine unterwegs ist. Das Fliegenfischen mit hohen Schnurklassen ist äusserst anspruchsvoll. Um grosse Huchenfliegen korrekt d.h. nur mit dem Schnurgewicht zu werfen, muss man wirklich gut vorbereitet sein. Ein bisschen Fitnesstraining im Vorfeld schadet nicht, denn man kann sonst die Hand- und Ellenbogengelenke leicht überbelasten, und dann werden die Würfe schlampig. Wenn sich die Huchenfliege und die Rute dann in die Quere kommen, geht jedes Gerät in die Knie.

 

Werfen mit Huchenstreamern

Der wichtigste Wurf beim Huchenfischen ist der Rollwurf, sei es um Stellen ohne Rückraum befischen zu können oder auch um den Streamer aus dem Wasser zu rollen, um ihn anschliessend im Überkopfwurf zu präsentieren. Je nach Schnur und Ködergewicht kann auch der Switch oder Unterhandwurf zum Einsatz kommen. Bei Streamergewichten von 5-10g und Skagit-Schnüren mit längeren T-Tips oder MOW Tipps kommt es beim Switchen zu einem Unterbruch im Energietransfer und der Wurf funktioniert dann nicht mehr nach Wunsch. Streamer in desem Gewichtsbereich lassen sich nur im Roll- oder Überkopfwurf werfen.

 

Die Grenzen der Fliegenfischerei

An manchen schnellen und tiefen Gewässern der Alpen ist Fliegenfischen nicht möglich. Mann müsste dort, um zum Fisch zu gelangen, sozusagen so schwere Köder verwenden, die mit der Fliegenrute unter korrekter Verwendung der Fliegenschnur als Wurfgewicht nicht mehr werfbar sind. Hier habe ich es mit der österreichischen Fliegenfischerlegende Sepp Prager, der auch immer wieder mal gerne die Spinnrute auspackte. Dort wo der Huchen unter Verwendung korrekten Fliegengeräts (ich komme darauf später nochmals zurück) unfangbar ist, ist das Spinnfischen - falls dort erlaubt - die einzige sinnvolle und faire Methode. Huchenfischen mit der Spinnrute ist zwar einfacher als mit der Fliege, weil man nicht so nah an den Fisch ran muss und das teils schwierige Fliegenwerfen wegfällt, doch leicht ist es keineswegs, denn sonst würde ja jeder Spinnfischer auch problemlos einen Huchen fangen können.

Alibi-Fliegenfischer

Dass trotzdem auch weniger begabte Werfer ab und zu mit Huchenfotos und Fliegenrute protzen können, hat seinen Ursprung, so wurde es mir  erklärt,  offenbar im Huchenguiding. Ein Guide sieht gewöhnlich schon in der ersten Minute, ob jemand in der Lage ist, mit der Fliegenrute einen grösseren Streamer überhaupt zum Fisch zu bekommen, ohne ihn schon beim ersten Wurf zu verscheuchen oder in den Verweigerungsmodus zu versetzen. Ist dies nicht der Fall, so kommt umgehend Plan B zum Einsatz. Man nehme einen grossen Streamer mit meist 20-40g Gewicht und missbrauche die Fliegenrute als Spinngerte. Ganz Schlaue verwenden gar keine Fliegenschnur sondern nur die Runningline oder haben gar nur Monofil auf der Fliegenrolle. Wer eigenschwere Streamer von 20-40 g oder gar mehr mit der Fliegenrute wirft, braucht wirklich keine Fliegenschnur mehr, denn diese kann bei diesem Ködergewicht ihre Funktion ohnehin nicht mehr erfüllen.  Ein neuerdings in Kombination verwendeter kurzer Alibi-Schusskopf für solche Schwergewichtsstreamer hat die Form eines langgezogenen Gewichts und unterstützt das Werfen mit dem Ködergewicht. Erkennen kann man diese Alibi-Fliegenfischer an einem Schlenker nach hinten im mehr oder weniger ausgeprägten Sidecast und einem Schiessenlassen sobald der Schusskopf sich gestreckt hat. Über den Grossteil der Wurfdistanz fliegt dann der Streamer der Fliegenschnur voraus (!).

Fliegenfischer erkennt man daran, dass die Schlaufe nach dem Stopp dem Streamer vorausläuft, Alibi Fliegenfischer daran, dass der Streamer die Schnur hinterherzieht.

Was kommt dann als nächstes bzw. wo führt das hin?

Soll ich den Schusskopf nun auf 5m, 4m, 3m, 2m, 1m einkürzen? Oder soll ich ihn eventuell ganz weglassen, wie dies manche bereits machen und ihn an der Fliegenrute nur mit Monofil werfen? Bei all diesen Längen hat er bei diesen Ködergewichten nur eine Alibifunktion. Sie sehen wohin das führt. Soll das wirklich noch Fliegenfischen sein? Das ist reines Spinnfischen, nichts anderes!

Instruktorkollege und Huchenguide Markus Kaaser aus Kärnten, der übrigens absolut korrekt und sehr erfolgreich mit der Fliege auf Huchen fischt, spricht in diesem Zusammenhang von "abenteuerlichen Montagen", ich nenne es schlicht völligen Unfug. Diese Art der Fischerei mit Schwergewichtsstreamern ist leider an manchen Gewässern für den überwiegenden Teil der Streamerhuchen verantwortlich.

Besonders an der Sava Bohijnka in Slowenien, an der Una in Bosnien und einigen anderen Flüssen am Balkan aber auch an verschiedenen Strecken der Mur werden von manchen "Fliegenfischern" solche Methoden angewandt oder empfohlen, für die man als Fliegenfischer früher gesteinigt worden wäre. In Revieren, in denen das Spinnfischen erlaubt ist, ist es ja auch nicht verboten, einen Spinnköder an der Fliegenrute zu werfen. Doch beim Fang eines Huchens dann von Fliegenfischen zu reden und mit der Fliegenrute zu posieren, um dies zu suggerieren, ist eines Fliegenfischers eigentlich nicht würdig.

Korrektes Fliegenfischen auf Huchen

Kann man denn einen Huchen überhaupt korrekt mit der Fliege fangen?

Ja natürlich, doch die passende Fliegenschnur ist der Schlüssel dazu. Beim korrekten Fliegenfischen auf Huchen ist deren Masse entscheidend. Sie muss gross genug sein, um den Köder durch die Luft zu ziehen und die Form des Gewichtsteils (Head) muss dies unterstützen. Die Schlaufe fliegt dann immer voraus, und die Fliegenschnur streckt sich selbst beim Werfen eines grossen Streamers erst im letzten Moment. Wenn man wissen möchte, ob man es noch mit Fliegenfischen zu tun hat, kann man einfach einen Rollwurf machen.

Ist die Fliegenschnur in der Lage den Huchenstreamer (gilt übrigens auch für Nymphen) via Rollwurf zu präsentieren, also das Vorfach via Schlaufe schlussendlich zu strecken, passt das Gerät.

Das geht doch dar nicht, wird sich jetzt der eine oder andere denken. Es geht, aber halt nicht mit unbegrenzter Beschwerung. Grosse Streamer bis maximal 10 g Gewicht können mit einer kurzen Zweihandrute und massiver Skagit Schnur noch korrekt geworfen werfen, sofern der Werfer über das nötige Können verfügt und die Rute genügend Punch besitzt.

Mit deutlich schwereren Streamern ist dies nicht mehr zu bewerkstelligen. Selbst einen 15g schweren Streamer aus dem Wasser zu rollen, ist mit einer standardmässigen 11-12 ft. Zweihänder unmöglich, weil die auf dem Markt erhältlichen Fliegenschnüre dazu nicht in der Lage sind.

Belohnung für harte Arbeit - ein Traumfisch!

Ein- oder Zweihandrute?

Ich verwende nachfolgende Gerätekombinationen für die Fischerei auf Huchen. Natürlich können alternativ auch Geräte anderer Hersteller herangezogen werden.

Rutenvorschlag

  • Einhand CTS Affinity X, 9ft. Klasse 12
  • Zweihand CTS SK 11-12ft. 9ft. Klasse 10-12 für Unterhand Werfer
  • Zweihand CTS DQ 11-12ft. 9ft. Klasse 10-12 für Werfer mit dominanter oberer Hand

Huchenruten mit Spitzenaktion können nur bei freiem Rückraum ihre Vorzüge ausspielen. Für alle Würfe, die im Wasser starten, braucht es Ruten, die tiefer hinunter in den starken Bereich der Rute laden, also mid-flex Ruten oder noch besser Unterhandruten. Wenn ich zwischen einer Einhand- und Zweihandrute wählen müsste, würde ich aufrund höherer Flexibilität und verbesserter Führung eine 11-11.5 ft. Zweihandrute wählen. Bei noch längeren Ruten können Probleme beim Anlanden auftreten und man kann auch den Nahbereich nicht so effektiv befischen.

Wer allerdings Schwierigkeiten beim Zweihandwerfen hat, wird dadurch unnötig Geräusche erzeugen, die in stark befischten Gewässern Huchen sofort in den Verweigerungsmodus wechseln lassen und auch andere Fliegenfischer verärgern.

In diesem Falle ist die Einhandrute die bessere Wahl. Ebenso ist man in schmaleren Gewässern mit der Einhandrute im Vorteil. Mit Switch Ruten konnte ich mich noch nie richtig anfreunden.

 

Ein gut abgestimmtes Gerät ist sehr wichtig.

Schnüre

Kleinere Flüsse, in denen der Rollwurf enorm wichtig ist und Streamer eher kleiner sind, da die Fische einem höheren Befischungsdruck ausgesetzt sind (z.B. Pielach)

  • Schwimmschnur: RIO InTouch OutBound Short Flt (Einhand)
  • klarer Intermediate Schusskopf RIO Outbound Short SH/I coldwater plus DirectCore Running Line (Einhand)
  • Zweihand Gerät mit RIO Skagit iFlight und RIO DirectCore Running Line (nur bei hohem Wasserstand)

Grössere Flüsse

Zweihand:

  • RIO Skagit Max Game Changer oder Skagit iFlight 750 grains + T14-20 (2.5 - 4 m je nach Situation) für Grossstreamer
  • RIO DirectCore Running Line

Einhand:

  • Schwerere WF Schnur RIO InTouch Big Nasty für das Fischen mit der Maus oder größeren Poppern
  • Einhand: Intermediate Schusskopf RIO Outbound Short SH/I coldwater plus DirectCore Running Line
  • Einhand: RIO InTouch Deep 3 für tiefere Bereiche

 

 

Vorfach

Das Vorfach entscheidet darüber, ob ein grosser Huchen im Notfall gestoppt werden kann oder nicht. Das bedeutet, dass es möglichst dick sein sollte. Dies relativiert sich aber mit der Tragkraft, denn es muss vor der Fliegenschnur und dem Backing reissen. Dies bedeutet, dass, wenn mein Vorfach 15 kg trägt, meine Fliegenschnur eine grössere Tragkraft haben muss und auch mein Backing stärker oder zumindest gleich stark sein muss wie Fliegenschnur.

Ich fische Fluorocarbon ummantelte Vorfächer von 0.45mm Stärke mit einer Tragkraft von 20 kg. Meine Fliegenschnur trägt 25 kg und mein Gelspun-Backing 33 kg.

Falls die Fliegenschnur nur 15 kg trägt, muss auch das Vorfach vorher reissen, denn Hänger kommen beim Huchenfischen schon mal vor, und dann sollte ja nicht die Fliegenschnur verloren gehen, weil man das Vorfach zu stark gewählt hat. Huchen sind, wenn sie auf Raub sind, nicht vorfachscheu. Bei hohem Befischungsdruck und beissfaulen Fischen kann Fluorocarbon vorteilhaft sein.

An der Fliegenschnur wird das Vorfach mit einer doppelten, verdrehten Schlaufe mit Bimini-Twist verbunden, damit die harten Schläge des Huchens in der Endphase des Drills im Notfall etwas gepuffert werden können.

Huchenfliegen

Diverse Imitationen der Futterfische des Huchens von unbeschwert und 15 cm Länge bis 25 cm Länge und max 9-10 g Gewicht sind brauchbar, solange sie im Wasser genug Volumen haben. Wenn leichte Kunsthaar- oder Bucktail-Fliegen zum Einsatz kommen, lassen sich auch bis zu 40cm lange Tandemfliegen mit der Zweihandrute und Skagit Schnüren problemlos werfen. Normalerweise kommen Tubenfliegen zum Einsatz, da ein sehr scharfer Haken beim Huchenfischen ein absulutes Muss ist und so rasch getauscht werden kann. Wer mit gewöhnlichen Streamern am Einzelhaken fischt, muss unbedingt den Haken immer wieder mal nachschleifen. Der Schleifstein ist ein Standardtool jedes Huchenfischers.

Weniger geschickte Werfer sollten eher kleinere und leichtere Fliegen bis 15 cm verwenden,  da Grossfliegen schwer zu werfen und somit auch belastender für die Gelenke sind. Grosse Augen sind beim Bau eines Huchenstreamer meines Erachtens sehr wichtig, besonders dann, wenn man bei erhöhtem Wasserstand fischt.

Seit vielen Jahren proklamiere ich das Fischen mit der Maus auf Salmoniden. Sowohl Bach- und Regenbogenforellen als auch Äschen und Huchen lieben Mäuse. Das Mausfischen wird nun besonders an heikleren Gewässern immer populärer, und auch kapitale Huchen wurden schon damit gefangen. Beim Taimenfischen hat das Fischen mit Imitationen von Mäusen, Ratten und sogar Eichhörnchen(an der Spinnrute) eine lange Tradition. Für das Fliegenfischen auf Huchen muss meine Minky Mouse etwas größer gebaut werden. Die Haken müssen sehr stark aber nicht zwingend sehr gross sein. Die Maus kann an der Oberfläche furchend oder auch intermediate gefischt werden]

Abschliessende Gedanken

Huchenfischen übt auf mich eine besondere Faszination aus. Seit ich vor mehr als 20 Jahren meine ersten Huchen fing, bin ich dem Fisch verfallen. Es ist einfach etwas Besonderes bei Schneefall und Kälte am Fluss zu stehen, erfolgreiche Stellen vorsichtig anzufischen, um dann hoffentlich irgendwann mal den ersten Fisch zu spüren. Huchenfischen braucht Planung. Das richtige Gerät und ein paar Huchenstreamer, auf die man 100%ig vertraut, müssen ins Gepäck und das Wetter muss unbedingt beobachtet werden. 

Aufs Geratewohl und ohne Beachtung der Wetterentwicklung zum Huchenfischen zu fahren, ist nicht nur wenig zielführend, sondern vor allem auch teuer. An manchen Gewässern, z.B. an bestimmten Abschnitten der Sava Bohinjka, ist die Begleitung eines Guides Pflicht. Inklusive Lizenz kostet dies gleich mal Eur 200.- pro Tag, denn ein bisschen Trinkgeld sollte schon sein. An manchen Gewässern sind die Huchenguidings sogar deutlich teurer und 3 Tage Huchenfischen kosten dann schon mal Eur 1500.- und mehr. Falls sie das wirklich ausgeben wollen, vergewissern Sie sich im Vorhinein, ob dort wirklich richtiges Fliegenfischen und nicht Alibi-Fliegenfischen betrieben wird. Sie wollen doch neben den hohen Kosten dann nicht auch noch sich selbst betrügen, denn die meisten Insider wissen ohnehin, wie in bestimmten Revieren gefischt wird.

Es gibt jedoch auch Gewässer, die günstiger und ebenso erfolgsversprechend sind, sofern man zur richtigen Zeit am Wasser ist und wo man auch ohne Guide mit einem Kollegen angeln kann.

 

Zu zweit fischen

Das Fischen mit einer Begleitperson macht nicht nur in punkto Sicherheit Sinn. Sollte ein guter Huchen nämlich an einer ungünstigen Stelle im Fluss zupacken, haben Sie ohne Guide oder Angelkollegen keine Chance ihn zu landen. Sie kommen, falls Sie alleine mit der Fliegenrute unterwegs sind, nur an ihn heran, wenn sie ihn “beachen“, also ins Flachwasser ziehen können. Ohne solche Stellen sind Sie ohne Guide chancenlos, weil Sie einen kapitalen Fisch nicht gegen die Strömung ziehen und gleichzeitig fassen können. Bitte bedenken Sie auch, dass zu langes Drillen jeden Fisch das Leben kosten kann. Huchen sind dafür einfach zu schade!

Während ein Lachs, der auf das Ende des Pools und das darauf folgende Weisswasser zusteuert, durch nachlassenden Druck zum Umkehren bewegt werden kann und im Pool bleibt, ist dies beim Huchen ein Kardinalfehler. Wenn ein Huchen stromab weg will, dann tut er das auch, sofern Sie ihn nicht mit voller Kraft daran hindern können. Huchen kehren in der Regel niemals um!

Auf das  Gerät muss also besonders beim Huchenfischen auch im Extremfall zu 100% Verlass sein.

 

Gewässer mit nennenswertem Huchenbestand

Über 60% der Gewässer mit Huchenpopulationen liegen am Balkan. Besonders das Drina Flussystem mit seinen zahlreichen Nebenflüssen in Serbien und Montenegro galt als das Paradies für Huchen schlechthin, das selbst die mongolischen Taimenflüsse erblassen liess. Erst eine Vergiftung der Drina setzte dem ein Ende. Die Populationen dort sind leider nur noch ein Schatten der Vergangenheit. Trotzdem ist der Huchen dort in sehr vielen Gewässern immer noch der unbestrittene König der Flüsse.

Weitere Gewässer, in denen sie auf Huchen fischen können:

Mur(AT), Gail(AT), Drau(AT), Inn(AT), Donau(AT), Pielach(AT), Melk(AT), Lech(DE), Isaar(DE), Iller(DE), Regen(DE), Mitternacher Ohe(DE), Wertach(DE), Sava Bohinjka(SLO), Sava Dolinka(SLO), Sora(SLO), Sava(SLO), Ljublanica(SLO), Sora(SLO), Kupa/Kolpa (SLO/CRO), Savinja(SLO), Drina (SER/MO), Lim(MNE), Tara(MNE), Vrbas (BIH), Sana (BIH), Una (BIH, nur Spinnfischen, Fliegenfischen im Juni, Juli), Mresniza(CRO), Dobra(CRO), div andere weniger bekannte Flüsse am Balkan, Boprad(POL/SK), Dunajec(POL/SK), San(POL), Don, Vah(SK), Tisa(UA), Rio Tormes(ESP)

Informationen zu den einzelnen Flüssen finden Sie ausreichend im Internet. Meist ist zum Huchenfischen eine spezielle Lizenz erforderlich.

Huchenstudie

Copyright © Günter Feuerstein