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G. Feuerstein Wurftechniken im Fliegenfischen

Günter Feuerstein
Flycast Design

Mein Beitrag zur Entwicklung des Fliegenwerfens

Der Grossteil des Terrains im Bereich des Fliegenwerfens war bereits entwickelt, als ich begann, intensiv an meinen werferischen Fähigkeiten zu arbeiten. Im Zuge dessen gelang es mir, in mehreren Bereichen Würfe und Zugvarianten zu entwickeln, die heute  vielen Fliegenfischern weltweit helfen, besser und effizienter an den Fisch zu kommen.

Ich fische, seit ich denken kann, und glauben Sie mir, wenn man mich fragen würde, was ich lieber mache, werfen oder fischen, so würde ich ohne mit der Wimper zu zucken antworten: "Fischen natürlich!" Darin lag auch die Motivation für das jahrelange Training, bei dem ich mich im Besonderen auch damit befasst habe, Würfe für spezielle Situationen zu entwickeln und sie immer wieder zu optimieren und an Shows auf der ganzen Welt dem Fliegenfischern zugänglich zu machen. Die Werferei war für mich immer nur Mittel zum Zweck, um an jene Fische zu kommen, die für mich nicht erreichbar waren. Ich möchte im folgenden einige meiner Würfe bzw. Wurfkreationen streifen, die meines Erachtens in gewissen Situationen große Vorteile bringen. Ich habe diese Würfe, die teils schon in den 80er Jahren entstanden sind, in den USA erstmals im Sommer 1995 an der FFF-Conclave in Livingston/Montana gezeigt. Im Mai 1996 an der Chatsworth Angling Fair(GB), wo ich die große Ehre hatte, als Special-Guest eingeladen zu sein, habe ich sie auch in Europa erstmals demonstriert. Als Österreicher auf der Insel werfen zu dürfen (wer die traditionsbewussten Engländer kennt, der weiß was ich meine), war für mich damals natürlich etwas ganz Besonderes. An zig Messen in Europa, den USA bis nach Russland wurden diese Würfe inzwischen der breiten Öffentlichkeit näher gebracht, in Büchern und Magazinen publiziert und sind inzwischen zum festen Bestandteil der modernen Wurftechniken geworden.

In den letzten Jahren habe ich diese Würfe nochmals verfeinert und auf Effizienz getrimmt. Mein Ziel war es immer, die Energie durch optimale Technik zu kontrollieren und nicht von der Energie (Kraft) versklavt zu werden. Der übermäßige Energieeinsatz, sozusagen der Einsatz von maximaler Kraft als das Maß aller Dinge, der derzeit von manchen Werfern ins Fliegenfischen eingebracht wird, gehört meines Erachtens einzig auf den Sportplatz (Casting) und nicht ans Wasser, denn im Gegensatz zum Sportplatz vertreibt das permanente Touchieren der Fliegen und Nymphen beim Leerwurf am Wasser unsere Fische. Fliegenfischen wird zumindest für mich immer mit einer harmonischen, eleganten und möglichst kraftlosen Bewegung verbunden sein und auch als solche unter die Leute gebracht werden.

GF Backhand (off shoulder) Power Haul - Der perfekte Doppelzug

(auch bekannt als Arrow Haul/High Hauling)
Viele bekannte Fliegenfischerinstruktoren in Europa und den USA haben die enorme Effizienz dieser revolutionären Wurf(Zug-)variante -basierend auf meiner wesentlich effizienteren Doppelzugtechnik - bestätigt! Die Rute wird dabei effektiver geladen und der Beschleunigungsweg optimiert und harmonisiert.
 
Diese Zugvariante wird ihrer Leine Flügel verleihen!
 

Der Dunker - GF Verticaler Bogenwurf

Bei diesem Wurf handelt es sich um einen vertikalen Bogenwurf für Nymphenfischer. Ein Trickwurf nur für Spezialisten, der die Nymphe wesentlich schneller und leichter sinken lässt und dies selbst auf größere Distanzen.

Hier handelt es sich um meinen verbesserten High Speed Tuck Cast, welcher die Nymphe extrem schnell sinken lässt. Er sticht alle anderen Varianten aus, weil die Bewegung der Rutenspitze absolut optimiert wurde, um die höchste Geschwindigkeit und einen absolut idealen Winkel zu erreichen, wenn die Nymphe die Oberfläche durchschlägt.

Der "Magic Switch"(Minimal Switch)

Dieser von mir vor Jahren entwickelte und auf Effizienz gestylte Switch Cast hat wirklich etwas Magisches an sich. Wie von Zauberhand und ohne offensichtlichen Einsatz von Kraft werden selbst große Weiten erzielt. Es gibt wohl keine elegantere und Kraft sparendere Art einen Switch zu werfen wie diese. Aus diesem Grund wird dieser Wurf mehr und mehr zu dem Wurf schlechthin für den ambitionieren Fliegenfischer. Der Wurf basiert auf dem Unterhand Prinzip minimiert jedoch durch die ganz spezielle Ausführung den Energieverlust in der Schlaufe. Zur optimalen Ausführung wird die Zeigefingerhaltung empfohlen, da die Rute beim Magic Switch nicht am Körper geführt wird. Der Wurf wurde in der Zeitschrift Sedge & Mayfly im Jahre 2005 erstmals publiziert, inzwischen auch in einigen anderen Ländern. Auch das führende russische Fliegenfischermagazin hat dem Wurf 4 Seiten gewidmet. Zu sehen ist der Wurf auch auf der DVD zum Sonderheft 20 von Fisch und Fang "So wirft man die Fliege" unter Kapitel 5"Wie Profis werfen" und natürlich überall, wo ich Wurfdemos oder Kurse gebe.

Der Snap-T (auch bekannt bekannt als Circle Spey, C-Spey, Snap Cast, Snap)

Es handelt sich dabei um eine Wurfkreation, die ich in den 80er Jahren an einem meiner Hausgewässer entwickelt habe, um trotz eingeschränktem Wurfraum an den Fisch zu kommen. Dieser Wurf wurde nach einem Wurfworkshop im Jahre 2000 in Livingston, Montana durch einen meiner amerikanischen Kursteilnehmer, Instruktorkollege Graham Anderson aus Calgary und seinen Freund Floyd Dean mit meinem OK unter dem Namen Snap-T in der Zweihand Fischerei in Nordamerika bekannt gemacht  (siehe> der Ursprung des Snap-T). Der Wurf ist inzwischen ein fixer Bestandteil der Zweihandfischerei auf der ganzen Welt, besonders aber im "Spey"-Bereich.

Von manchen wird der Snap-T inzwischen fälschlicherweise auch als Circle Cast bezeichnet, obwohl es sich beim Circle cast um einen völlig anderen Wurf handelt. Auch beim Circle Spey oder C-Spey handelt es sich um nichts Neues, sondern um meine vereinfachte Variante, wie ich sie für die Schulung von Anfängern verwende, die noch nicht in der Lage sind, die Ebenen enger zu trennen. Diese runde Halbkreisbewegung ist natürlich auch viel weniger effizient. Das Geben neuer Namen für schon bekannte Würfe wird in Ermangelung neuer Entwicklungen seit einigen Jahren immer wieder von Newcomern angewandt, die sich dadurch ein bisschen ins Rampenlicht schieben möchten.

Der Snap-Z (GF airalized Snap-T für Einhand- und Zweihand Ruten)

Eine Spezialtechnik, die ich kurz nach dem Upstream Pick Up (Snap-T) und auf diesem basierend ebenfalls in den ausgehenden 80er Jahren entwickelt habe. Eine Technik für beengten Raum, die jedoch einen größeren Schnurbauch (extremes "D") und somit eine verbesserte Ladung und mehr Zeit für die Bewegung ermöglicht. Das Z steht hier abgesehen von dem in die Luft gezeichneten Z für Zeit. Durch die Zwischenbewegung wird zusätzliche Zeit gewonnen, um größere Winkel zu werfen. Für versierte Werfer besteht auch die Möglichkeit, in der zweiten Phase des Wurfes noch zusätzliche Schnur freizugeben, um die Masse im abschließenden "D" (wird dann zum V) zu erhöhen. Durch den ansteigenden Winkel in der zweiten Phase des Z, bleibt genügend Zeit zum Beenden des Wurfes, da es wesentlich länger dauert, bis die Schnur so viel Wasser gefangen hätte, dass der Präsentationswurf verunmöglicht würde.

Der Sideroll Snap

Obwohl ich diesen Wurf erst in meinem Buch "Erfolgreich Nymphenfischen auf Salmondiden" der breiten Öffentlichkeit vorgestellt hatte, war dieser Wurf damals für mich alles Andere als neu. Seit gut 15 Jahren verwende ich diese Präsentationsvariante für das Fischen auf Sicht stromab auf kürzere(Nymphe) bis mittlere Distanz(Trockenfliege). Der Sinn dieser Wurfkreation war es, mit möglichst wenig Bewegung und somit Störung der Fische in deren Sichtbereich sich der Werfer beim Stromabfischen befindet, eine Präsentation zu erreichen, die ein optimales Anfischen des Zielfisches ermöglicht. Wie bei vielen anderen meiner Wurfvarianten auch, basierte auch mein Side Roll Snap oder Circle Reach auf einer zu überwindenden fischereilichen Problemsituation, die ich schliesslich durch diesen Wurf in den Griff bekam.

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