American Summer
...

ein kleines Reisetagebuch

 

 

Inzwischen schon zum 5. Male besuchte ich im Sommer 2003 das Mekka der Amerikanischen Fliegenfischerei und pilgerte mit meiner Frau Bianca für 4 Wochen zwischen Montana, Idaho und Wyoming. Wir fischten 15 Flüsse und filmten insgesamt mehr als 12 Stunden. Ihr dürft euch also wieder auf zumindest einen tollen Videofilm freuen. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern...

Hier ein kurzer Überblick als Vorgeschmack auf die Flüsse, die ihr im Film sehen werdet. Vielen Dank an dieser Stelle an Ewald Grabher aus Lustenau für die guten Tipps zur Fischerei in Idaho.

Viel Spaß beim Lesen!

Euer Günter Feuerstein

 

 

Teil 1

 

Über den Wolken ...

Wie immer nützte ich den Flug nach Idaho Falls, meinen Vorrat an Fliegen der Größe 20-22 aufzustocken. Einmal mehr staunten die Stewardessen nicht schlecht, was es doch so alles gibt. Ich hatte Glück, denn meine Bindeutensilien (mit Ausnahme der Schere) durften im Handgepäck bleiben. Sogar die Fliegenrollen wurden nicht beanstandet. Trotzdem Vorsicht! Viele Bekannte mussten bei Flügen nach B.C. die Fliegenschnüre von den Rollen ziehen und vor Ort lassen. Das kann also ganz schön teuer werden. Also Fliegenrollen in den Koffer!



 

 

Wir starteten unsere Reise von Idaho Falls. Dort gibt es leider nur einen RV Verleiher mit Motorhomes für 6-8 Personen. Für zwei Personen soviel Energie zu verschwenden und dann noch mit einem so sperrigen Fahrzeug fahren zu müssen, kam für uns nicht in Frage. Wir entschieden uns für einen Chevrolet Venture, einen Transporter (7 Plätzer), der es uns nicht nun ermöglichte auf allen Wegen zu fahren, sondern wir hatten gleichzeitig das fahrende Bett dabei. Es war im Nachhinein betrachtet eine wirklich gute Entscheidung.


wendig, sparsam und bequem

 

Unser Weg führte uns nach Westen, durch die Wüste vorbei am Big Butte und dem Amerikanischen Energieforschungszentrum sowie der Lavalandschaft der "Craters of the Moon" nach  Mackay  an den Big Lost.


Craters of the Moon - National Monument
ein riesiges Lavafeld mit Big Butte im Hintergrund

 

 

Der Big Lost River

Der Big Lost River ist der größte der drei Sink Rivers, die nach einigen Kilometern Verlauf plötzlich in der Wüste versickern, um 120 Meilen südwestlich bei Thousand Springs wieder ans Tageslicht zu treten.

         


der Big Lost in der Wüste

 

Der Big Lost ist ein 8-20 m breites, herrliches Flüsschen  mit einem exzellenten Fischbestand. Direkt am Fluss befinden sich einige "primitive campgrounds", die, weil wunderschön gelegen, sehr zu empfehlen sind. Unterhalb des Damms und oberhalb des Reservoirs bei Mackay sind die wohl besten Strecken des Big Lost zu finden.

 


von einer Erhöhung unterhalb des Damms zeigt sich
der Big Lost in seiner ganzen Schönheit

 


schöner Mountain Whitefish

Direkt unterhalb des Damms lassen sich kapitale Mountain Whitefish fangen, doch auch der Salmonidenbestand des Big Lost ist hervorragend. Er wird durch Zusatzbesatz gestützt. Leider wurde, als wir ankamen, gerade viel Wasser abgelassen, da der Bedarf für die Bewässerung extrem hoch war. Es dauert dann immer ca. zwei Tage, bis die Fische sich wieder neu positioniert haben und richtig aktiv werden. Ich hatte allerdings eine wirklich sensationelle Nachtfischerei mit der Trockenfliege (Caddies) bei einem Vollmond, wie ich ihn in dieser Intensität noch nie erlebt hatte. Es war als hätte man ein riesiges Flutlicht eingeschaltet, denn selbst an den Berghängen waren alle Details gut erkennbar. Sogar das Vorfach konnte ich im Mondenschein schimmern sehen. Es war eines der imposantesten Erlebnisse, die ich beim Fliegenfischen bislang hatte.

 

Oberhalb des Reservoirs mäandriert der Fluss durch eine Wiesen- und Buschlandschaft. Hier sind einige der landschaftlich schönsten Plätze zu finden. Der schönste Platz schlechthin ist jedoch in Privatbesitz und das Land darf nicht betreten werden (Sage Katalog Front). Auch manche andere Abschnitte dürfen nur in Begleitung von den Guides von Silver Creek Outfitters in Ketchum betreten werden.


 der Big Lost River oberhalb des Reservoirs

 


 

Der Silver Creek

 

Vom Big Lost fuhren wir wieder zurück Richtung Süden und dann weiter nach Westen über Arco, nach Picabo und dann ins National Conservancy des Silver Creek.
 


Das so genannte "National Conservancy" am Silver Creek bei Picabo, ein besonders sehenswertes Stück Natur!
 

Der Silver Creek hatte diesmal sehr wenig Wasser und war auch etwas wärmer als gewöhnlich. Nachdem wir uns beim Büro registriert hatten, ging es Wasser.  Die Fischerei war sehr schwierig. Mit Mustern größer als Hakengröße 20 ging rein gar nichts. Die Fischerei am frühen Morgen und am Abend war noch halbwegs ansprechend. Die berühmten Trico Hatches hatten noch nicht richtig eingesetzt, doch am Abend schwärmten die Caddies. Über Tags besuchten wir die Hayspur Fish Hatchery, kühlten uns in einem der Oberläufe ab oder legten uns aufs Ohr...

Am Abend wollten wir jedoch etwas länger ausharren.  Die Caddies gehen in der heißen Periode erst sehr spät aufs Wasser. Mückenmittel nicht vergessen! Am Silver Creek kann das ein Problem werden. Zwar half das Mittel und wir wurden nicht gestochen, doch meine Frau träumte noch später davon. Fragen SIe sie lieber nicht, ob der Silver Creek ihr Fluss ist.



Im Dunkeln nehmen die kapitalen Bachforellen gerne die Trockene!

 


 

 

Der Loving Creek


Auch in der Trophy Strecke des Loving Creek, eines Zuflusses des Silver Creeks können Sie ihr Glück versuchen. Sind Sie jedoch nicht frustriert, wenn die großen Bach- und Regenbogenforellen nichts von ihren Fliegen wissen wollen. Es ist einfach ein schwieriges Gewässer...
 

Wussten Sie eigentlich, dass Fischreiher sich bei Gefahr tot stellen? Ich nicht! Als ich nachts um 1 h an den Ufern des Loving Creek entlang schlich und aufs Wasser spähte, hörte ich plötzlich ein Geräusch im Gebüsch. Ich schlich mich langsam an. Als ich ganz nah war, schaltete ich meine Taschenlampe ein. Ein Reiher lag da regungslos  vor mir auf dem Rücken(!) mit den Füssen himmelwärts. Ich wusste ja, dass er lebte und schnappte ihn schnell am Hals. Ich machte dieses Foto, ließ ihn los und er stolzierte davon. Dies war für mich eines der eindrücklichsten Erlebnisse dieses Sommers.


ein Blue Heron - handlanded

 


 

 

Der Big Wood River

 

Nachdem wir die Mückenschlacht am Silver Creek hinter uns ließen, fuhren wir weiter nördlich an den Big Wood River. Zwei Stellen nahmen wir uns vor. Die erste, unterhalb von Hailey war wunderschön, doch wir mussten ca. 1 km laufen, bis wir die Fische gefunden hatten. Dann ging es aber Schlag auf Schlag. Besonders mein weisser Streamer war optimal für dieses Gewässer.  Die zweite Stelle unterhalb von Ketchum hatte es ebenfalls in sich. Auch dort konnte ich mehrere gute Rainbows landen.
 

 
der Big Wood River unterhalb von Ketchum

    

für den Big Wood River ein wirklich guter Fisch

 


 



Weiter ging es nach Norden. Vom Galena Summit, einem
hochgelegenen Pass, hatten wir einen herrlichen Blick auf
das Quellgebiet des Salmon Rivers.

 

 

Der Salmon River

Der Salmon River, besonders für seine Steelhead Runs im April bekannt, war Mitte Juli voll mit Chinook. Bei Stanley besuchten wir die Sawtooth Fish Hatchery, wo die ersten Lachse bereits markiert in den Becken zum Streifen bereit waren. Unweit unterhalb der Hatchery warfen wir einen Blick auf den Salmon River. Die Königslachse standen überall in den Pools. Trotz des nur ca. 10 grädigen Wassers, stand ich für Unterwasseraufnahmen fast eine Stunde, teilweise bis zum Hals im Element. Ohne Anzug, nur in Shorts, eine sehr kalte Angelegenheit...

Wir fischten nicht in diesem Bereich, denn die Fischerei auf die Kings war eh gesperrt und Forellen sind im Salmon zu dieser Zeit etwas weiter stromab. In den oberen Regionen dominiert der Mountain Whitefish. Ausserdem kam mir die Autofahrt gerade recht um wieder aufzutauen...

 


der Salmon River, ein Traum von einem Fluss
 


der berühmte gesprengte Staudamm, der den Steelheads
nun den Weg in die Headwaters ermöglicht

 

Wir fuhren eine weitere Stunde stromab, um eine geeignete Stelle für die Abendfischerei zu finden. Unterwegs floss eine heiße Quelle in den Fluss. Die kam mir gerade recht, um mich wieder aufzuwärmen. Ich kann euch sagen, es war herrlich...


Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt, fuhr ich auf einen Pullout um mir das Wasser  genauer anzusehen. Die Stelle schien mir top. Sie war es auch, denn kaum ausgestiegen, sahen wir eine Otterfamilie am Fischen. Jetzt war natürlich filmen angesagt. Einfach schön, diesen herrlichen Tieren beim Jagen zusehen zu dürfen. Bin gespannt auf die Aufnahmen...


 

Danach ging es ans fischen. Es dauerte nicht lang und mein weißer Streamer wurde heftig attackiert. Ein extrem starker Fisch packte zu. Der Kampf war sehenswert und für die Größe des Fisches ungewöhnlich lang. Ich hatte mich ganz schön verschätzt bei der Größe, bis ich den Fisch das erste Mal sah.


Was für ein Kämpfer!

 

 

Fortsetzung

(Beaverhead River,  Madison River, Gallatin River, Bighorn River)

 

 

Jetzt erhältlich auf DVD und VHS!

Now available on DVD and VHS!

 

 


American Summer (part 1)

Idaho's Traumgewässer/
Idaho's Trophy Waters

South Fork/Snake
Henry's Fork
Big Lost River
Big Wood River
Silver Creek
Salmon River

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