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Fliegenfischen auf Huchen
Der Rollwurf beim Huchenfischen

Die Bedeutung des "Rollwurfs" beim Huchenfischen

Dass ein Huchen-Schusskopf überkopf geworfen werden kann, ist klar, doch wirklich gut ist ein Schusskopf zum Huchenfischen nur, wenn sich mit ihm auch unter schwierigen Platzverhältnissen mit einem geschossenen Rollwurf auch grosse Streamer auf eine gute Distanz präsentieren lassen. Dazu braucht es eine Huchenrute, die tief genug in den unteren Bereich des Blanks lädt und somit die Power für einen Rollwurf überhaupt zu generieren ermöglicht. Spitzenaktionsruten taugen bekanntlich nur für den Überkopfbereich. Ist das geeignete Gerät vorhanden, dann muss nun der Schusskopf genug Masse und die richtige Länge haben, um den Streamer auch aus dem Wasser in Richtung zum Ziel zu katapultieren. Das bereitgestellte Video zeigt dies eindrücklich. Nach hinten ist kein Rückraum vorhanden, und über mir sind die Äste der Bäume zu erkennen, unter denen ich gerade stehe. Dies ist ein Platz, der keine Überkopfwürfe zulässt. Hier ist eine Zweihandrute nötig, denn mit einer Einhandrute lassen sich so grosse Streamer (hier ca. 28 cm lang) gar nicht aus dem Wasser rollen.

Die Wurfdistanz beträgt im Video beim ersten Rollwurf ca. 18 m, beim zweiten ca. 21 m. Unter anderen Bedingungen lassen sich solche Grossstreamer gar bis 25 m "rollen". Rollen ist eigentlich nicht ganz der richtige Begriff, weil die Schnur über dem Wasser gestreckt bzw. die Distanz eingeschossen wird. Um einen Switch handelt es sich hier jedoch auch nicht, weil die Führungshand eine lange Bewegung wie bei einem Speycast ausführt, jedoch im Gegensatz zum klassischen Spey hier die Weite nicht durch das Replatzieren einer vorgegebenen Schnurlänge, sondern durch ein Schiessenlassen erreicht wird. Es handelt sich hier auch nicht um einen Skagit Cast (wenn auch am ehesten in diesem Bereich angesiedelt), sondern das Werfen von grossen Huchenstreamern erfordert eine Hybridtechnik. Ich spreche hier bewusst von Technik, denn im Gegensatz zu einem Stil ist hier die Einheit von Gerät, Schnur und Streamer notwendig, denn mit einer x-beliebigen Ausrüstung funktioniert das Ganze nicht. Kleinere bzw. leichtere Streamer lassen sich mit einem Sinker gegebenenfalls auch switchen, mit T-Tipps ist dies jedoch nur begrenzt möglich.

Bitte bedenken Sie, dass das Streamergewicht bei einem Rollwurf wie auch bei einem Switch nicht zum Wurfgewicht der Rute dazu addiert werden muss, weil die Schnur die Masse für das Transportieren des Streamers liefert und dieser sich im Moment des Schiessenlassens auch nicht in der Luft befindet.

Wenn sie also mit dem Schnurgewicht alleine schon an die obere Grenze des Grain-Windows ihrer Rute gelangen, um genug Masse für das Rollen des Streamers zu erhalten, dann müssen sie sich bewusst sein, dass ihre Rute beim Überkopfwurf mit dem selben Streamer und der selben Schnur brechen könnte, weil nun das Gewicht des Streamers zum Schnurgewicht dazu addiert werden muss. 

 

Selbst ein unbeschwerter grosser Huchenstreamer kann je nach Bauweise und verwendetem Material im nassen Zustand bis zu 20 g Gewicht haben. Um diese Grossstreamer in beiden Situationen gefahrlos werfen zu können, benötigen sie auch das geeignete Gerät dazu (z.B. GF Hucho Hunter 925). Ich empfehle Ihnen das Streamer-Nassgewicht, bei der Wahl des Materials des Huchenstreamers im Auge zu behalten (nass machen > ausschütteln > abwiegen).

Verwenden Sie einen stark beschwerten Streamer für den Überkopfwurf mit einem kurzen und leichtem Schusskopf (unter 30 g), bricht ihre Rute zwar nicht, doch dann ist die Energie der Schnur bald abgearbeitet und die kinetische Energie des Streamers übernimmt die Führung und zieht über den grossen Teil der Wurfdistanz die Schnur hinter sich her, bzw. sie fliegt einfach mit, zieht den Streamer jedoch nicht mehr. Auch lassen sich mit solchen leichten Schussköpfen nur kleinere und leichte Streamer "rollen". Eine Präsentation wie im gezeigten Video und einem Grossstreamer ist mit einer solchen Schnur-Streamer-Kombination unmöglich.

Der Mucho Hucho Super Sinker ist für beide Situationen absolut ideal, da er gut getapert ist und sich auch in der Länge noch an die Rutenlänge anpassen lässt.

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